04.03.2001

VOX DEI

Kirchtürme sind keine Handymasten

Kirchtürme bleiben in Italien der "Kommunikation zwischen Gott und den Gläubigen" vorbehalten und dürfen nicht länger zur Montage von Mobilfunksendern verwendet werden.

Das hat die italienische Bischofskonferenz Ende dieser Woche beschlossen.

100.000 Kirchen und 40 Millionen Handy-Besitzer

In Italien gibt es etwa 100.000 Kirchen und zugleich mit 40 Millionen die höchste Dichte an Handybesitzern in ganz Europa. Den Mobilfunkbetreibern schien es da naheliegend zu sein, die Kirche als strategischen Partner beim Aufbau eines flächendeckenden Handy-Netzes zu gewinnen.

In einem Rundschreiben weist Monsignore Ennio Antonelli, der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, gegenwärtig die Pfarreien in ganz Italien an, die Montage und den Betrieb von Mobilfunksendern auf Kirchtürmen nicht mehr zu gestatten.

Bereits existierende Sendeanlagen müssen entfernt werden.

Handys versus Heiligkeit

Monsignore Ennio Antonelli wies in der Erklärung der Bischofskonferenz darauf hin, dass Mobilfunksender prinzipiell mit der "Heiligkeit" von Kirchen unvereinbar wären. Sie würden nicht nur gegen Kirchenrecht verstoßen, sondern durch die weltlichen Nutzung auch den besonderen steuerlichen Status der Kirchen in Italien gefährden.