03.03.2001

AUFSTAND

Bildquelle: dt

Interne Kritik an Deutsche Telekom-Chef

Nach dem Kurssturz der T-Aktie, Klagen von Kleinaktionären und Rücktrittsforderungen aus der Politik droht Deutsche Telekom-Chef Ron Sommer nun auch Ärger aus dem eigenen Haus.

Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meldet, möchte eine Gruppe von Führungskräften, die der SPD nahe stehen, mit Finanzminister Hans Eichel und Kanzleramtsminister Hans Martin Bury sprechen, um sie auf die ihrer Ansicht nach "mangelnden Managementqualitäten" Sommers hinzuweisen und darauf zu drängen, einen Nachfolger zu suchen.

"Eklatante Ertragsschwäche"

Anlass für den internen Aufstand ist laut "Spiegel" ein Rundschreiben, das Sommer vor einigen Tagen 300 Führungskräften geschickt hat. Darin macht er vor allem die von "Halbwahrheiten" geprägte "Medienberichterstattung" für den schlechten Kurs der T- Aktie verantwortlich. Diese Analyse gehe an der Realität vorbei, glaubt die Gruppe der Manager. Sommer und Teile seines Vorstandes verdrängten Probleme wie die "eklatante Ertragsschwäche" in fast allen Geschäftsbereichen, anstatt Lösungen zu suchen.

Die deutsche Bundesregierung hatte Sommer erst am vergangenen Wochenende den Rücken gestärkt. Sie arbeite vertrauensvoll mit dem Vorstandschef der Deutschen Telekom zusammen. Personalentscheidungen treffe nach Aktienrecht allein der Aufsichtsrat, hatte der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda gesagt.

"Gewinnexplosion" bei T-Mobil

Ron Sommer hat auf die andauerende Kritik an seiner Person reagiert, indem er noch für dieses Jahr eine "regelrechte Gewinnexplosion" für T-Mobil, die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom in Aussicht stellt.

Das berichtete das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Kreise der Konzern-Leitung.

Begründet werde die optimistische Prognose mit zahlreichen Neukunden, die in Deutschland, Österreich und England mit dem Verkauf massiv subventionierter Handys gewonnen werden konnten.