Schnellster Grafikchip auf dem Markt
Gestern Abend hat Grafikhersteller Nvidia in San Jose, Kalifornien, seinen brandneuen Grafikchip "GeForce 3" vorgestellt. Wie erwartet geht seine Leistungsfähigkeit weit über die Vorgängermodelle "GeForce 2" und "GeForce 256" hinaus.
Zurückzuführen ist das auf die völlig neu konzipierte Chip-Architektur. Im Herzen der "GeForce 3" arbeitet eine programmierbare 3D-Geometrie-Engine, der so genannte Vertex-Prozessor.
Unterstützt wird er vom Rendering-System des "Pixel Prozessor". Beide Features erlauben es 3D-Software-Enwicklern erstmals, den Grafikchip an ihre Anwendung anzupassen statt - wie bisher üblich - umgekehrt.
Grafikleistung ohne CPU-Belastung
Damit eröffnet sich für Entwickler die Möglichkeit, eine breite
Palette von einzigartigen Effekten direkt über den Grafikchip laufen
zu lassen, ohne die Rechner-CPU zu belasten. Die meisten Effekte
können zwar auch mit konventionellen Grafikchips erreicht werden,
allerdings unter erheblicher Belastung der normalen Chip-Leistung.
Nvidia GeForce 3800 Milliarden Operationen pro Sekunde
Im ausgeklügelten Einsatz seiner neuartigen Kommandos zur Manipulation von Pixeln liegt auch das ultimative Potenzial des Grafikchips.
Zwar liefern aktuelle Nvidia-Demos bereits sehr beeindruckende visuelle Ergebnisse, aber noch lange nicht in allen Bereichen, in denen das möglich wäre.
Der "GeForce 3"-Chip ist in 0,15-Mikron-Technologie gefertigt und misst 12 mal 12 Millimeter. Mit 57 Millionen Transistoren schafft er 800 Milliarden Operationen pro Sekunde. Gegenüber "GeForce 2" soll "GeForce 3" für das grafikintensive Computerspiel "Quake 3" einen Performance-Gewinn von 117 Prozent bieten.
"DirectX 8"-Unterstützung integriert
Der Chip weist große Ähnlichkeiten mit dem Grafikchip der
Microsoft-X-Box auf, der ebenfalls aus der Werkstatt Nvidias stammt.
Die ausgiebige Unterstützung von "DirectX 8" garantiert bereits
heute eine breite Unterstützung in der Welt der Spieleentwickler.
DirectX 8.0 ist daOEM-Markt als ambitioniertes Nvidia-Ziel
Damit sollte auch der Sprung auf den OEM-Markt kein nennenswertes Problem darstellen. Diesen Zugang wird Nvidia nämlich benötigen, will es eine breitflächige, rasche Verbreitung seiner Grafiktechnologie erreichen.
Nvidia-Chef Jen-Hsen Huang stellt für 2001 noch einige weitere Nvidia-Innovationen in Aussicht: Neben ein bis zwei neuen "GeForce 3"-Varianten sollen auch der Grafikprozessor der X-Box, "GeForce 2 MX" sowie der für den Low-End-Markt bestimmte "Xbox Media Communications Prozessor" das Licht der Welt erblicken.
Vorerst keine Integration der 3dfx-Technologie
Auch nach der Übernahme von "3dfx" ist hingegen nicht mit der
raschen Integration der 3dfx-Technologie in Nvidia-Produkte zu
rechnen. Das soll frühestens mit dem NV30-Chip der Fall sein, der
laut Huang im Laufe des nächsten Jahres zu erwarten ist.
Nvidia übernimmt Konkurrenten 3dfx
3dfx
