Woche der Entscheidung für die TA
Im Vorfeld der für Dienstag anberaumten, mit Spannung erwarteten außerordentlichen Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria [TA] will der Großaktionär ÖIAG [47,8 Prozent] bereits am Montag in einer Syndikatssitzung mit dem Minderheitsaktionär Telecom Italia [TI] die Zusammensetzung des künftigen Vorstands der TA erörtern und allenfalls erforderliche personelle Weichenstellungen einleiten.
Ein Rücktritt von TA-Chef Heinz Sundt wird für möglich gehalten, doch schien zuletzt auch ein Weiterverbleib des Generaldirektors nicht ausgeschlossen, wenn ihm die ÖIAG den Rücken stärkt.
Sundt soll ÖIAG seinen Rücktritt angeboten haben
Allerdings könnte außer einem Abgang von Sundt auch der gesamte
vierköpfige Vorstand wackeln, wie Medien, etwa das
Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuesten Ausgabe, berichten.
Sundt soll der ÖIAG Mitte letzter Woche die Vertrauensfrage gestellt
haben: Entweder er könne mit einem Team seiner Wahl weiterarbeiten,
oder er stelle seinen Chefsessel zur Verfügung, hieß es am Samstag
im "Standard".
Telekom-Austria-Vorstand
Telekom-Austria-AufsichtsratWilde Spekulationen im Vorfeld
ÖIAG-Vorstand TA-Aufsichtsratschef Johannes Ditz habe am Freitag beim 29,8-Prozent-Aktionär TI in Italien ausgelotet, ob diese den von ihr in den Vorstand nominierten TA-Marketingmann Heinz Brasic tatsächlich als neuen TA-Boss haben wolle, so die "Presse" am Samstag.
Allerdings, so die Zeitung, habe Brasic das uneingeschränkte Vertrauen der Italiener verloren; Finanzvorstand Stefano Colombo könne sich durchaus vorstellen, mit Sundt, aber ohne Brasic weiterzuarbeiten.
Der "Kurier" bezeichnete zuletzt neben Brasic, dem deutliche Ambitionen auf eine Sundt-Nachfolge nachgesagt werden, auch TA-Technik-Vorstand Rudolf Fischer als rücktrittsreif. Bei einem Verbleib von Sundt könnte der Chef der TA-Mobilfunk-Tochter Mobilkom, Boris Nemsic, Fischer als Technikvorstand der TA ablösen, wurde auch spekuliert.
Auch Budget 2001 auf der Agenda
In der Aufsichtsratssitzung am Dienstag soll es neben den
Personalfragen als weiterer großer Brocken auch um das Budget 2001
gehen. Laut "Standard" soll das EBIT [Ergebnis vor Zinsen und
Steuern] der Telekom Austria AG von minus 1,3 Mrd. S im Vorjahr auf
plus 1,9 Mrd. S dieses Jahr gedreht werden. Beim operativen Ergebnis
[EGT] wolle man nach minus 2,6 Mrd. S im Jahr 2000 nun mit 1,2 Mrd.
S in die schwarzen Zahlen kommen. Der Umsatz von im Vorjahr knapp 40
Mrd. S solle relativ stabil bleiben.
Telekom-Austria-Finanzdaten
Kursentwicklung der TA-Aktie
