21.02.2001

BILLIGES RAM

Bildquelle: PhotoDisc

Schwache PC-Industrie drückt Speicher-Preise

Seit Mitte November 2000 befindet sich der Markt für Computer-Arbeitsspeicher [RAM] im freien Fall.

Innerhalb von nur zwei Monaten sind die Preise teilweise um mehr als 70 Prozent gefallen. Random Access Memory, so der volle Name für "RAM", war noch vor wenigen Jahren eine der teuersten Komponenten jedes Personal Computers.

"Der plötzliche Preisverfall kam für uns alle überraschend", fasst Thomas Marschner, Europachef von Kingston Technology, im Gespräch mit der FuZo die Ereignisse zusammen.

Zwei Millionen Module pro Monat

Kingston fertigt monatlich rund zwei Millionen RAM-Module. "Derzeit ist eindeutig zu viel Ware auf dem Markt", beklagt Marschner. Wie alle anderen Speicherriesen ist auch sein Unternehmen am falschen Fuß erwischt worden. Die genauen Umstände rund um den Verfall ließen sich im Nachhinein nicht exakt rekonstruieren, so Marschner zur FuZo.

Hauptgrund dürften aber allzu optimistische Prognosen der PC-Industrie gewesen sein. "Alle haben mit stark steigenden PC-Verkäufen gerechnet", so Marschner. Die Speicherindustrie habe sich auf die vorliegenden Forecast-Zahlen gestützt. Im November und Dezember, als Gewinnwarnungen der PC-Hersteller eintrudelten, sei der Markt endgültig zusammengebrochen.

Mehrere Speichertechnologien

Am Speichersektor gibt es mehrere Technologien, die untereinander nicht kompatibel sind. Die wichtigsten sind derzeit SDRAM [Synchronous Dynamic Random Access Memory] und RDRAM [Rambus Dynamic Random Access Memory].

SDRAM macht Löwenanteil aus

Allerdings mit großen Unterschieden: SDRAM macht rund 80 Prozent der produzierten Speicherbausteine aus, RDRAM rund zehn Prozent. "Den Rest besetzen Flash-Speicher für Digitalkameras und eine SDRAM-Weiterentwicklung, DDR-SDRAM", ergänzt Marschner.

Schneller heißt billiger

Ein Unikum des Speichermarktes ist, dass zu einem gewissen Zeitpunkt die schnellere Technologie die ältere nicht nur ablöst, sondern auch preislich unterbietet. So kosten SDRAM-Module, die mit einer Systemgeschwindigkeit [Busfrequenz] von 133 Megahertz belastbar sind, bereits weniger als herkömmliche 100-MHz-Chips.