"Junge Nutzer werden das Netz verändern"
Die größte Herausforderung der Internet-Industrie werden aus der Sicht von Experten die jungen Nutzer sein.
Auf die deutlich veränderten Internet-Interessen und Gewohnheiten der heute acht- bis 21-jährigen müsste sich die Branche schon jetzt vorbereiten, sagte Mary Modahl, Vizepräsidentin des renommierten Marktforschungsunternehmens Forrester Research am Samstag in Cannes zu Beginn der Multimedia-Messe Milia.
Messe dauert bis Mittwoch
Zur Messe treffen sich vom 10. bis 14. Februar Vertreter von mehr
als 7000 internationaler Unternehmen und Fachleute der
Multimedia-Branche an der Cote d'Azur. Schwerpunkte sind neben neuen
Multimedia-Inhalten und interaktivem Fernsehen auch die neuen
Übertragungstechniken Breitband-Internet und UMTS.
Mehr zur MesseUmgang mit PC nichts Besonderes
"Noch ändern die neuen Medien die Ansprüche der Menschen, in der Zukunft wird es umgekehrt sein", sagte Modahl. Die nachkommende Generation der Internet-Nutzer sei bereits im Zeitalter des PCs und der Entwicklung neuer Technologien aufgewachsen. "Für sie ist der Umgang mit dem PC, das Chatten im Internet und der Gebrauch des Handys als Kommunikationsmittel selbstverständlich."
Unterschiedliche Verhaltensweisen
Das Verhalten von jungen Leuten und Kindern im Internet
unterscheide sich von dem der Erwachsenen. "Erwachsene eignen sich
nach und nach die Möglichkeiten des Internets an und bevorzugen
Inhalte wie Nachschlagewerke", sagte Modahl. Junge Konsumenten
"internalisieren" dagegen das Netz. Sie verständigten sich mit einer
Vielzahl von anderen Internet-Nutzern und sehen den PC nicht als
fertiges Produkt, sondern als ein stets erweiterbares Hilfsmittel
an.
Forrester ResearchAustausch von Musik und Software
Die nachfolgende Generation tausche auch Musik, Software und andere Dateien aus. "Auch darauf muss sich die Internet-Industrie künftig einstellen", sagte Modahl. Man könne zwar Angebote wie die Musik-Tauschbörse Napster kommerzialisieren oder vom Netz nehmen. Den privaten Austausch von Dateien auch im großen Stil könne die Industrie jedoch auf lange Sicht nicht verhindern.
