07.02.2001

STATEMENT

Bildquelle: APA

IT-Fachkräftemangel gefährdet Wohlstand

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, hat die EU-Mitgliedsstaaten wegen mangelnder Anstrengungen zur Stärkung ihrer Volkswirtschaften und damit für mehr Wohlstand kritisiert.

In diesem Zusammenhang sprach er heute in Brüssel auch davon, dass Europa 1,6 Millionen Fachkräfte allein für die Informationstechnologien fehlten.

Die Kommission legte einen Bericht vor, der sich an die Staats- und Regierungschefs der EU richtet. Diese treffen sich am 23. März in Stockholm zu einem EU-Gipfel zur Beschäftigung.

Europäischer Rückstand

Europa braucht nach den Worten von Prodi über 1,6 Millionen hoch qualifizierte Spezialisten aus Drittstaaten, um seinen technologischen Rückstand gegenüber den USA aufzuholen.

Der italienische Politiker plädierte deshalb am Mittwoch bei der Vorstellung des EU-Kommissionsberichts zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung in Brüssel für eine offene Einwanderungspolitik.

Fachkräfte in die EU zu holen werfe keine sozialen oder wirtschaftlichen Probleme auf, weil es sich nicht um eine "Masseneinwanderung" handle, stellte Prodi klar.

Vorbild deutsche Green Card

Dem "dramatischen Mangel" an Experten müsse abgeholfen werden. Die anderen EU-Staaten sollten wie Deutschland überlegen, Green Cards auszustellen.

Der deutsche Vorstoß decke aber nur einen geringen Teil des tatsächlichen Bedarfs ab.