User von Chello-Informationspolitik überrascht
Der Breitband-Internet-Provider Chello, ein Unternehmen der UPC-Telekabel, wird seine Gebühren entgegen anders lautenden ursprünglichen Erklärungen nun offenbar doch für alle User ab 1. März 2001 um mehr als zehn Prozent erhöhen:
Die Preise für die normale Monatspauschale sollen demnach von bisher 590 auf 675 S [49,1 Euro] angehoben werden, jene für Studenten werden voraussichtlich von 390 auf 444 S steigen.
Das erfuhr die APA am Dienstag aus informierten Kreisen. Für Mittwoch hat das Unternehmen die offizielle Information über seine Tariferhöhung angekündigt.
"Neue chello-Tarife: Ihre Treue wird belohnt!
Sehr geehrter chello-Kunde!
chello, Ihr Breitbanddienst von UPC Telekabel, startete 1997. Seit diesem Zeitpunkt haben wir für alle Kunden die chello-Services und das chello-Netz ausgebaut und auch die ursprüngliche Limitierung von 100 MB/Monat aufgehoben. Drei Jahre lang, ohne eine Preisveränderung.
Heute stehen wir vor einem Wendepunkt. [...] Viele Maßnahmen wurden und werden gesetzt, um das Leistungsangebot von chello auch in Zukunft sicherzustellen. Um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, ist es notwendig, erstmals eine Tarifreform vorzunehmen und die chello-Monatspauschale auf ATS 675,-- anzuheben."
Datenvolumen in 14 Monaten versechsfacht
So habe sich beispielsweise die Datenmenge des Newsserver seit
Oktober 1999 in 14 Monaten von 36 auf 76 Megabit pro Sekunde
[Mbit/s] mehr als verdoppelt, der Datentransfer von Wien nach
Amsterdam habe sich in diesem Zeitraum sogar von 43,2 auf 248 Mbit/s
versechsfacht, so UPC-Telekabel-Geschäftsführer Hintze.
Chello erhöht GebührenNachdem Anfang Jänner bekannt geworden war,
dass Chello seine Gebühren für Power-User erhöhen will, hatte
sich bei den Betroffenen heftige Empörung breit gemacht.
Heftige Proteste gegen angekündigte TarifänderungDie Preiserhöhung betrifft die Regionen
Wien, Wiener Neustadt, Graz und Klagenfurt.
Innsbruck, wo Chello lediglich über einen Partner aktiv ist, der nicht dem UPC-Konzern angehört, ist von der Preiserhöhung nicht betroffen.
Kunden mit Verträgen, die jünger als zwölf Monate sind und in denen sich Chello ohnedies zu fixen Tarifen über ein Jahr hinweg verpflichtet, sind von dieser Preiserhöhung ausgenommen.
Großteils betrifft dies Kombinationsverträge mit Telefonangeboten [Priority, Take Two] bzw. Kabel-TV, die dem Vernehmen nach generell von der Tariferhöhung ausgenommen sind.
Nachdem Chello jahrelang vor allem auf
Wachstum gesetzt hatte, mit dem der Ausbau der Netzkapazitäten
teilweise nicht Schritt halten konnte, sollen nun zur Finanzierung
eines weiteren Ausbaus die User-Gebühren kräftig angehoben werden.
Warten auf neue Chello-GebührenChello Anfang Jänner: Keine generelle Preiserhöhung
Chello-Sprecher Gustav Soucek wollte diese Zahlen am Dienstag gegenüber der APA weder bestätigen noch dementieren. Man wolle zuerst die Kunden informieren.
Der Konzern hatte noch Anfang Jänner versichert, es werde "keine generelle Preiserhöhung für chello-Kunden" geben, die neuen Tarife würden nur "Power-User" treffen.
