Handelskette cancelt SAP-Programme
Die kanadische Lebensmittel-Kette Sobeys hat die Einführung von SAP-Software abgebrochen und mangelnde Funktionalität sowie die Komplexität der Programme als Grund dafür genannt.
Es sei klar geworden, dass die Kernfunktionalität der SAP-Komponenten nicht ausreiche, um die extrem hohe Zahl von Transaktionen in den Einzelhandelsgeschäften zu steuern, teilte Sobeys am Mittwochabend im kanadischen Stellarton mit.
Die Komplexität der SAP-Systeme und eine fünftägige Unterbrechung der Datenbank und der EDV-Systeme im Dezember hätten dann letztlich zu der Entscheidung geführt. Unklar blieb, welche SAP-Systeme zur Einführung bei Sobeys vorgesehen waren.
Sobeys"No comment" aus Walldorf
SAP gab zu dem Vorgang am Donnerstag zunächst keine Stellungnahme ab. Ein Sprecher in der Firmenzentrale in Walldorf sagte, die Einzelheiten seien noch nicht bekannt.
"Es ist aber eigentlich die Ausnahme, dass sich ein Kunde bei uns über eine mangelnde Funktionalität der Systeme beschwert", sagte er. SAP hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass der Umsatz im vergangenen Jahr um 23 Prozent und der operative Gewinn um 32 Prozent zugenommen habe.
Zudem hatte SAP angekündigt, für das laufende Jahr erneut eine sehr gute Geschäftsentwicklung zu erwarten.
SAP um Schadensbegrenzung bemüht
Zugleich hatte SAP darauf verwiesen, dass beispielsweise bei
neuen Verträgen für die Internet-Plattform mySAP.com 35 Prozent des
Umsatzes von neuen Kunden und nicht von bisherigen Kunden, die
lediglich ihr System auf das neue Produkt umstellten, stammten.
Insgesamt habe der Markt die Leistungsfähigkeit der neuen
SAP-Systeme nun erkannt, hatte das Unternehmen erklärt.
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