Novell schließt Österreich-Büro
Das US-Software-Unternehmen Novell schließt seine Niederlassung in Österreich. Sechs Mitarbeiter sind davon betroffen. Auch die Niederlassungen in München und Berlin werden zugesperrt. In Zukunft will Novell seinen Vertrieb über Partner abwickeln.
Ab sofort sind die ehemaligen Mitarbeiter der heimischen Niederlassung von Novell arbeitslos. Sie wurden trotz des besten Jahresergebnisses für Novell Österreich gekündigt und sind ab sofort dienstfrei gestellt.
Nur eine Mitarbeiterin soll, zumindest für die nächsten vier Wochen, im Büro im 19. Bezirk noch die Anrufer an die richtigen Stellen weitervermitteln.
Änderung des Geschäftsmodells
Was auf den ersten Blick wie ein Rückzug vom heimischen Markt aussieht, sei im Gegenteil vielmehr eine Intensivierung der Aktivitäten, sagte Jürgen Müller, Novells Generalmanager für Österreich, Deutschland und die Schweiz, gegenüber ORF.at: "Wir ändern unser Modell und verlagern unser Geschäft auf den Partnerkanal."
Die Partner sollen laut Müller von Novell nun stärker betreut werden, um ihrerseits den Kunden als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen zu können.
Weitere Büros geschlossen
"Ich kann nicht sagen, dass unsere Mitarbeiter in Österreich einen schlechten Job gemacht haben", so Müller weiter, allerdings heiße das weltweite Modell bei Novell nun eben, mit Partnern zusammenzuarbeiten und die bisherige Spezialisierung Novells auf die Bereiche Data Center, Identitiy Security Managment und EUC [darunter fällt auch der Linux-Desktop] fortzuführen.
Die Betreuung der Partner soll von Deutschland aus passieren - allerdings nicht von Berlin oder München aus, denn diese Niederlassungen werden ebenfalls geschlossen, die Mitarbeiter arbeiten laut Novell in Zukunft von zu Hause aus.
"Skalierbare Kundenbetreuung"
Ein weiteres europäisches Büro, das Müller allerdings noch nicht nennen wollte, soll noch geschlossen werden. Zudem seien weitere europäische Büros konsolidiert worden.
Natürlich habe die Verlagerung und Schließung der Büros auch mit Wirtschaftlichkeit zu tun, so Müller. Auf die Frage nach möglichen Kosteneinsparungen, erklärte er aber weiters, dass die Kundenbetreuung durch Partner besser skalierbar sei und Novell im dritten Quartal sehr gute Zahlen erwirtschaftet habe.
