Wirtschaftsabschwung trifft Samsung

q3 2008
24.10.2008

Samsung hat wegen der Wirtschaftsflaute um 44 Prozent weniger verdient und blickt wenig optimistisch in die Zukunft.

Der Gewinn des südkoreanischen Elektronikgiganten ist im vergangenen Quartal massiv eingebrochen. Das Ergebnis schrumpfte aufgrund schwindender Renditen im Geschäft mit Flachbildschirmen und Speicherchips um 44 Prozent auf umgerechnet 663 Millionen Euro. Der Umsatz legte den Angaben zufolge dagegen um gut 15 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro zu.

Der weltweite Wirtschaftsabschwung habe sich deutlich bemerkbar gemacht, und in den kommenden Monaten werde sich die Lage wohl noch weiter verschärfen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Düsterer Ausblick

Die Zahlen lagen im Rahmen der Analystenerwartungen, allerdings versetzte der bange Ausblick der Samsung-Aktie einen heftigen Schlag: Sie verlor 14 Prozent an Wert. Mit einer Erholung der stark gefallenen Preise für Speicherchips sei nicht vor Mitte 2009 zu rechnen, sagte ein Konzernsprecher.

Die Sparte war einst der Goldesel der Koreaner, doch ein Überangebot setzt den weltgrößten Hersteller von DRAM-Speichern für den Einsatz in Computern und Unterhaltungselektronik unter Druck.

"Selbst schuld"

Konkurrenten kritisieren, dass Samsung selbst hauptverantwortlich für die Preiskrise sei, über die es nun klagt. Die Koreaner überschütten trotz des globalen Überangebots den Markt unverdrossen mit Speichern, während die Wettbewerber ihre Produktion drosseln, um die Verluste einzudämmen.

Flachbildschirmgeschäft lässt nach

Allerdings lässt auch Samsungs Geschäft mit Flachbildschirmen nach. Die Rendite der Display-Sparte brach binnen Jahresfrist auf acht von 21 Prozent ein.

Das Geschäft mit Handys lief für den weltweit zweitgrößten Hersteller nach der finnischen Nokia hingegen nach wie vor gut. Der Absatz in den Monaten Juli bis September kletterte auf die Rekordmarke von 51,8 Millionen Stück.

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(Reuters)