Samsung zieht SanDisk-Angebot zurück
Der südkoreanische Elektrokonzern Samsung hat sein knapp sechs Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für den US-Speicherchiphersteller SanDisk zurückgezogen.
Samsung begründete den Schritt am Mittwoch mit der rapiden Verschlechterung der Geschäftsaussichten von SanDisk. Der US-Konzern hatte das Übernahmeangebot vor einem Monat als zu niedrig zurückgewiesen und am Montag einen unerwartet großen Verlust vermeldet.
Branchenexperten schlossen jedoch nicht aus, dass Samsung SanDisk in Zukunft ein niedrigeres Angebot vorlegen könnte.
SanDisk ist im abgelaufenen Quartal tiefer in die Verlustzone gerutscht als erwartet. Grund dafür sei das weiterhin bestehende Überangebot auf dem Markt für Speicherchips, teilte SanDisk am Montag nach US-Börsenschluss mit.
Toshiba stärkt SanDisk den Rücken
Zuletzt hatte der japanische Elektronikkonzern Toshiba Teile der Ausrüstung aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit SanDisk gekauft, um seinem Partner gegen Samsung den Rücken zu stärken.
Durch die Vereinbarung wird SanDisk rund eine Milliarde Dollar in bar zufließen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.
Das Gemeinschaftsunternehmen von Toshiba und SanDisk stellt NAND-Flashspeicherchips her, die in Mobiltelefone, Digitalkameras und MP3-Player eingebaut werden. Toshiba ist nach Samsung der weltweit zweitgrößte Hersteller von NAND-Flashspeicherchips.
Die Japaner leiden ebenfalls unter dem weltweiten Preisverfall bei Speicherchips und rechnen für das erste Halbjahr [per Ende September] mit dem ersten operativen Verlust seit fünf Jahren.
(Reuters)