Apple: Ex-Topanwältin büßt für Optionstrick
2,2 Millionen US-Dollar Strafe
Die US-Börsenaufsicht SEC hat am Donnerstag bekanntgegeben, sich mit Nancy Heinen, der ehemaligen Chefin der Apple-Rechtsabteilung, im Verfahren um die Rückdatierung von Aktienoptionen von Führungspersonal des Konzerns geeinigt zu haben.
Heinen verpflichtete sich, insgesamt 2,2 Millionen US-Dollar zu bezahlen: 1,6 Millionen als Schadenersatz, 400.219 Dollar als Zinsen und eine Strafe in Höhe von 200.000 Dollar. Sie darf auch fünf Jahre lang nicht mehr als Führungskraft in einem börsennotierten Unternehmen tätig sein und keine Verstöße mehr gegen die Finanzmarktregeln begehen. Außerdem darf sie drei Jahre lang nicht mehr als Anwältin für eine börsennotierte Firma arbeiten. Heinen hatte im Verfahren weder verneint noch zugegeben, im Rückdatierungsskandal einen Fehler begangen zu haben.
Bilanzen manipuliert
Die SEC hatte 2007 bei zahlreichen US-Firmen, darunter Apple, Untersuchungen zur Rückdatierung von Aktienoptionen von Führungskräften durchgeführt. Die Untersuchung gegen Apple endete im Juli 2008. Heinen soll dafür verantwortlich gewesen sein, in zwei Schüben Optionen rückdatiert zu haben, einmal 4,8 Millionen im Februar 2001 und weitere 7,5 Millionen Optionen im Dezember 2001. Sie habe, so die SEC, die Bilanzen der Firma so geändert, dass dabei diese Rückdatierungen verschleiert worden seien.
Die Rückdatierungen selbst, ein Trick, mit dem der Wert von Aktienoptionen für Führungskräfte im Nachhinein erhöht wird, sind nach US-Recht erlaubt - wenn sie angegeben werden. Insgesamt habe Apple durch diese Aktion seinerzeit seine Ausgaben um 40 Millionen US-Dollar geringer erscheinen lassen. Dadurch seien dem Staat Steuern entgangen, so die SEC.
(AP | futurezone)
