Neue Verbindung für PC-Monitore

30.07.2008

Der Markt für hochauflösende Videos wächst, und damit auch die Geräteausstattung mit digitalen Schnittstellen zur verlustfreien Signalübertragung. Neben HDMI, das sich bei TV-Geräten und -Playern etabliert hat, will sich die neue Technologie DisplayPort auf dem PC-Sektor durchsetzen und VGA- und DVI-Anschluss ablösen.

Laut den Marktforschern von iSuppli wurde HDMI [High-Definition Multimedia Interface] 2007 bei mehr als 70 Prozent aller weltweit verkauften digitalen Fernseher eingesetzt und dominiert auch bei DVD-Playern und digitalen Set-Top-Boxen.

Die alternative Technologie DisplayPort [DP] könnte nach Ansicht von iSuppli HDMI jedoch schon bald im PC-Bereich ausbremsen und die Nachfolge von VGA und DVI antreten.

DisplayPort für PCs, HDMI für Fernseher

Bis 2010 soll DisplayPort laut iSuppli die Führung auf dem Computersektor innehaben. Auch die Marktbeobachter von In-Stat sehen die DP-Schnittstelle den aktuellen Standard DVI bis 2011 ersetzen. HDMI soll hingegen weiter den Unterhaltungselektronikmarkt beherrschen.

Was ist DisplayPort?

Technisch soll DisplayPort - zumindest in kommenden Versionen - einige Vorteile mit sich bringen. Wie HDMI kann DisplayPort Video- und Audiosignale übertragen, die Bandbreite liegt in der Version 1.0 bei 10,8 GBit/s bei einer Kabellänge von bis zu 15 Metern. Eine HDMI-1.3-Verbindung schafft mit 10,2 GBit/s beinahe gleich viel.

Das DisplayPort-Interface unterstützt bis zu sechs gekoppelte Bildschirme und verfügt über einen Rückkanal zum Beispiel für integrierte Webcams und USB-Hubs. Künftig sollen mit DisplayPort dank des Wegfalls eines Teils der intern verbauten Elektronik auch dünnere Displays möglich werden.

Kompatibel zu VGA, DVI und HDMI

DisplayPort ist mittels Adaptern kompatibel zu VGA, DVI und HDMI. Für die Bedürfnisse der Unterhaltungsindustrie wird neben dem auch von HDMI unterstützten Kopierschutzmechanismus HDCP [High-bandwidth Digital Content Protection] die eigene Verschlüsselung DPCP [DisplayPort Content Protection] geboten.

Keine Lizenzgebühren

Das größte Argument für DisplayPort ist für die Hersteller allerdings die Lizenzfreiheit, die Schnittstelle kann anders als HDMI ohne Gebührenzahlung in die eigenen Produkte integriert werden.

DisplayPort, VGA und DVI

Optisch ähnelt der DisplayPort-Stecker wie auch die HDMI-Konkurrenz einem USB-Stecker, bietet aber im Gegensatz zu HDMI Schutz durch eine optionale Verriegelung.

Vorangetrieben wird die DP-Schnittstelle von Herstellern wie Dell, Hewlett-Packard und Samsung.

Entwicklung: Wie alles begann

Die Initiative für den neuen Übertragungsstandard wurde bereits 2003 gegründet, als sich das Ende von DVI [zwar nach wie vor weit verbreitet, aber mit technologischen Einschränkungen und daher nicht mehr zeitgemäß] ankündigte. Um die Ansprüche des hochauflösenden Videobooms zu befriedigen, musste eine neue digitale Schnittstelle her.

Doch die Entwicklung dauerte ihre Zeit, erst 2006 wurde schließlich der erste DisplayPort-Standard von der VESA [Video Electronics Standards Association] zertifiziert.

Die Konkurrenz war schneller: In der Zwischenzeit fand HDMI rege Verbreitung und konnte den neuen High-Definition-Unterhaltungselektronik- und -Heimkinomarkt für sich einnehmen. Ursprünglich als generelle DVI-Ablöse gedacht, setzt man bei DisplayPort nun auf den Computerbereich als erklärten Zielmarkt.

Der stärkste DisplayPort-Verfechter Dell brachte Anfang 2008 die ersten Monitore mit DisplayPort-Anschluss auf den Markt. Auch einige Bildschirme anderer Hersteller und eine Handvoll Grafikkarten und Mainboards verfügen seit diesem Jahr über die neue Digitalschnittstelle. Bisher sind alle DisplayPort-Geräte aber weiterhin auch mit HDMI-Anschluss ausgestattet.

Es bleibt nun abzuwarten, ob sich DisplayPort in den nächsten Jahren gegen HDMI behaupten kann oder sich - unabhängig aller technologischen Argumente - wie etwa die HD DVD im Wettstreit mit der Blu-ray-Disc geschlagen geben muss.

(futurezone | Beate Macura)