EU: Europaweiter Zugriff auf Krankenakten
Die EU hat zwei Projekte für den europaweiten Zugriff auf elektronische Krankenakten gestartet. Auch Österreich ist beteiligt.
Die EU-Kommission hat am Mittwoch den Start zweier Initiativen aus dem Bereich der Informationstechnologie im Gesundheitswesen bekanntgegeben. Dabei geht es darum, die nationalen Systeme für die Verwaltung von Online-Krankenakten miteinander kompatibel zu machen, damit Ärzte auch über Sprachgrenzen hinweg die wichtigsten Informationen zu Patienten aus dem Netz abrufen können. Auch Apotheken sollen Rezepte aus anderen Mitgliedsstaaten elektronisch bearbeiten können.
Es handelt sich bei den Initiativen um eine Empfehlung zur Interoperabilität elektronischer Patientendatensysteme sowie um das Projekt Smart Open Services [SOS]. An SOS ist auch Österreich beteiligt, insgesamt hat die Kommission 22 Millionen Euro an Fördergeldern dafür bereitgestellt, von denen elf Millionen aus dem EU-Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation stammen.
Teilnahme freiwillig
Außer Österreich sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, die Niederlande, Schweden, die Slowakei, Spanien, die Tschechische Republik und Großbritannien direkt an dem Projekt beteiligt. Die Kommission bemerkt: "Das Führen der elektronischen Patientenakten ist freiwillig und wird zum Schutz der Privatsphäre des Patienten nur auf dessen Wunsch durchgeführt."
Bisher ist noch nicht festgelegt, welche Daten im Rahmen des SOS-Projekts freigegeben werden sollen. Die Kommission schreibt, dass es sich um "eine Zusammenfassung der grundlegenden medizinischen Daten, etwa Blutgruppe, bekannte Allergien, Gesundheitszustand und Angaben zu Medikamenten, die der Patient einnehmen muss", handeln werde. Die Initiativen sind Teil der neuen Sozialagenda der EU.
