Auch Lufthansa spähte Journalisten aus
Die deutsche Fluglinie Lufthansa soll Passagierdaten genutzt haben, um eine undichte Stelle im Aufsichtsrat aufzuspüren.
Neben der Telekom hat nach einem Bericht des "Spiegels" auch die Lufthansa einen Journalisten der "Financial Times Deutschland" ins Visier genommen.
Die Fluggesellschaft habe auf diese Weise interne Lecks im eigenen Aufsichtsrat aufspüren wollen, berichtete das Nachrichtenmagazin.
Passagierdaten genutzt
Um Hinweise auf Kontakte des Mannes zu einem Mitglied des Kontrollgremiums zu erhärten, nutzte die Lufthansa demnach interne Passagierdaten des Vielfliegers.
Der Mann sei mit einem Lufthansa-Jet nach Hamburg geflogen und habe sich dort in einer konzerneigenen Vielflieger-Lounge mit seinem Informanten getroffen.
"Nichts Illegales"
Das Unternehmen bestätigte dem Bericht zufolge die Aktion und verwies zugleich darauf, dass Fluggastinformationen konzernintern nicht den gleichen Schutz genössen wie etwa Telefondaten. "Bei uns ist nichts Illegales geschehen", sagte ein Lufthansa-Sprecher.
Nach Angaben von "Spiegel Online" sind die sensiblen Informatonen über ein Computersystem mit dem Namen "Corona" abrufbar und werden dort ein Jahr lang gespeichert.
Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom mehr als ein Jahr lang Manager, Aufsichtsräte und Journalisten bespitzelt hat, um undichte Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren. Dabei wurden mehrere hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze ausgewertet.
(futurezone | dpa)
