Kleine Steuertricks, adieu
"Schnell zugreifen", wirbt ein Anbieter im Netz für Tankquittungen. Belege im Wert von 1.600 Euro will er versteigern, der Startpreis liegt bei einem Euro.
Ein heikles Angebot: Denn diese Quittungen nutzen Steuertrickser, um sie als Betriebsausgaben oder Werbungskosten beim Finanzamt einzureichen. Fliegen die falschen Angaben auf, drohen empfindliche Strafen wegen Steuerhinterziehung.
Nun nimmt der Gesetzgeber in Deutschland aber auch die Anbieter ins Visier: Bei Verkäufen dieser Art sollen künftig Geldbußen wegen einer Ordnungswidrigkeit drohen. Es wird erwartet, dass das Bundeskabinett am Mittwoch diese Änderung im Rahmen eines Steuergesetzes beschließt.
Funktioniert mit allen Rechnungen
Die Rechnung der Käufer solcher Quittungen ist auf jeden Fall
simpel: Wer insgesamt Belege beispielsweise im Wert von 100 Euro bei
seiner Steuer geltend macht, kann bei einem Steuersatz von 30
Prozent 30 Euro einsparen. Bezahlt hat er dafür aber nur einen
Bruchteil. Und der Steuerbetrug funktioniert theoretisch nicht nur
mit Tankquittungen, sondern etwa auch bei Belegen für Briefporto
oder Büromaterial.
Warnung vor falschen Angeboten bei eBayeBay löscht Angebote
Das Internet-Auktionshaus eBay, wo die meisten der Transanktionen abgewickelt werden, begrüßt es ebenfalls, wenn durch Gesetze klare Regelungen geschaffen werden. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wird aber schon nach solchen Angeboten gesucht, um sie zu löschen.
Dass Interessenten dennoch fündig werden, kann die Sprecherin nicht ausschließen: Bei ständig mehr als fünf Millionen Artikeln auf dem Marktplatz könne nicht jedes Angebot geprüft werden.
