Konsolidierung auf dem Handymarkt
Der künftige Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo, der im Juni die Nachfolge von Jorma Ollila antreten wird, hat am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz schwere Zeiten für kleinere Handyhersteller prognostiziert.
Der weltweite Handymarkt werde in den kommenden Jahren zwar voraussichtlich schneller wachsen, als das Unternehmen selbst bisher angenommen habe. Die zunehmende Konkurrenz werde Kallasuvo zufolge zu einer Marktbereinigung führen.
So sei es wahrscheinlich, dass kleinere Hersteller ganz vom Markt verschwänden und andere Firmen aus dem Bereich Unterhaltungselektronik deren Anteile nur schwerlich übernehmen könnten.
Schwere Zeiten für die Kleinen
"Wir wollen die treibende Kraft bei dieser Konsolidierung sein, und ohne hier jemanden Bestimmtes zu nennen, wird es für jede Firma, die nicht über die kritische Masse verfügt, schwer werden, ebenfalls voranzukommen", sagte er. So werde es für Hersteller, die auf dem Weltmarkt einen Anteil von 15 Prozent oder weniger hätten, kaum möglich sein, ihre Position zu halten.
Über 15 Prozent Marktanteil verbuchen derzeit auf dem Weltmarkt nur Nokia [32,6 Prozent] und der US-Hersteller Motorola [18,7 Prozent]. Dahinter folgen Samsung [12,5] und BenQ Siemens [4,6]
Handyabsatz steigt auf RekordniveauDreimilliardengrenze schon 2008 erreicht
Nokia geht nach Kallasvuos Worten davon aus, dass die Zahl der weltweit abgeschlossenen Mobilfunkverträge bereits 2008 die Dreimilliardenmarke überschreiten wird.
Bisher hat das Unternehmen, dessen Markenzeichen jedes dritte verkaufte Handy trägt, das erst für 2010 erwartet.
Der Marktführer geht davon aus, dass die Zahl der verkauften Mobiltelefone 2006 gegenüber diesem Jahr um mehr als zehn Prozent steigt. Auch beim Ausbau der Mobilfunknetze erwartet der finnische Konzern ein moderates Wachstum.
Nokia hatte sich in jüngster Zeit besonders um ein Wachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern bemüht.
Nokia sieht China als WachstumsmotorKamerahandys treiben den Markt
38 Prozent aller verkauften Mobiltelefone sind heuer Kamerahandys, wie das Marktforschungsinstitut Gartner am Donnerstag mitteilte.
Kameras mit einer Auflösung von 1,3 Megapixeln seien dabei die Mindestanforderung des Marktes. Für Westeuropa rechnet das Unternehmen mit 85 Millionen verkauften Fotohandys bis Ende des Jahres.
Im Jahre 2009 sollen es 143 Millionen sein. Das entspreche dann einem Marktanteil von knapp 90 Prozent.
