Freie Software raus, DRM rein
Eine auf dem Weltgipfel der Informationsgesellschaft [WSIS], der am Freitag in Tunis zu Ende gegangen ist, verteilte österreichische Broschüre sorgt im Nachhinein für Wirbel.
Erst in Tunis habe man entdeckt, schreibt Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe, dass es nachträgliche Änderungen in der Zusammenfassung der Podiumsdiskussion "Digital Rights/Creative Commons" gegeben habe.
Diese hatte sich im Rahmen der hochkarätig bestückten Vorbereitungs-Konferenz "ICT + Creativity = Content" im Sommer 2005 sehr kritisch mit so genanntem "Digital Rights Management" [DRM] auseinandergesetzt.
Da staunt der Berichterstatter
Podiums-Berichterstatter Ralf Bendrath war überrascht, wie sein mit den Teilnehmern abgestimmter Bericht verändert wurde, nachdem er ihn dem für die Konferenz Verantwortlichen, Peter A. Bruck, übermittelt hatte.
So wurde der Begriff "Free Software" in diesem Teil der "Vienna Conclusions" völlig aus dem Text eliminiert, dafür wurde eine Referenz zu "Digital Rights Management" aufgenommen.
Dass es sich um den einzigen, inhaltlich verändernden Eingriff in den Text handelt, macht die Angelegenheit anrüchig.
Georg Greves Blog - der OriginalberichtDie Passage im Original
"Increasingly, revenue is generated not by selling content and digital works, as they can be freely distributed at almost no cost, but by offering services on top of them. The success of the Free Software model is one example, licenses like "Creative Commons" that only reserve some rights and permit wide use and distribution is another. Distributed collaborative production models like Wikipedia also show that there are other incentives than money to create quality content"
Die redigierte Version
"Increasingly, revenue is generated by offering services on top of contents. Licences such as "Creative Commons" reserve some rights and permit widespread use and distribution. Distributed collaborative production models like "Wikipedia" show that there are other incentives than money to create quality content.
To ensure ongoing innovation, Digital Rights Management (DRM) development and deployment must remain voluntary and market-driven."
Eine Anfrage der futurezone bei Peter A. Bruck läuft.
Die Passage findet sich in der Broschüre auf S. 37f
