Zombie-PCs: Mehr Vorsicht geboten
Wer Teil eines Botnetzes oder Zombie-Netzwerks ist, muss im Regelfall selber aktiv werden, um das herauszufinden.
Der Bot, also das Programm, das auf dem Rechner die Befehle eines Angreifers ausführt und diesen fernsteuerbar macht, hat keinerlei Absicht, den PC zu beschädigen. Im Gegenteil: Im Sinne des Angreifers soll dieser so lange wie möglich funktionstüchtig bleiben.
Nur bei alten Rechnern kann sich die Netzwerk-Tätigkeit in der Leistung bemerkbar machen. Bei neueren PCs kann man rein von der Handhabung schwer auf "unerwünschte" Aktivitäten schließen.
Privatuser am meisten betroffen
Vor allem Privatanwender mit Breitband-Zugang sind betroffen, weil Firmen ihre Netzwerke mittlerweile besser schützen, so Thomas Mandl, technischer Chef von Ikarus Software, im Gespräch mit futurezone.ORF.at. Bei Privatnutzern fehle oft auch die gültige Lizenz für die notwendigen Sicherheits-Updates.
Fast die Hälfte aller derzeit kursierenden Viren haben nur eine Absicht: auf einem Rechner eine Hintertüre zu öffnen, über die der Rechner dann, vom User unbemerkt, ferngesteuert werden kann.
Botnetze: Der Feind in meinem RechnerDie Suche nach dem Eindringling
Prinzipiell muss man sich selber auf die Suche nach Bots begeben, sofern auf Grund des vermehrten Traffics keine Beschwerde vom Internet-Service-Provider oder einem Spam-Geschädigten vorliegt.
Wenn eine richtig konfigurierte Firewall in Betrieb ist, kann auch diese Alarm schlagen, weil etwa unbekannte Programme nach "draußen" wollen - das kann aber auch harmlos sein.
Am besten offline säubern
Gängige Anti-Viren-Programme erkennen den Bot in der Regel, dafür müssen sie aber regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden.
Wird ein Bot gefunden, muss der Zugriff darauf verweigert bzw. gelöscht werden. Dazu sollte man den PC vom Netz nehmen und nach einem Neustart noch einmal scannen, um sicherzugehen, dass sich der Schädling nicht neu installiert. Im Idealfall sollte allerdings jemand zu Rate gezogen werden, der das nötige Know-how hat.
Im Sommer waren laut McAfee bereits 63 Prozent mehr Computer mit Bots, Spyware oder Adware infiziert als noch zum Jahresende 2004.
Immer mehr PCs mutieren zu ZombiesNutzer müssen vorsichtiger werden
"Manche Bots zu entfernen wird die Masse der User überfordern", so Ikarus-Chef Joe Pichlmayr. Meist sei es dabei leichter, den PC neu aufzusetzen als zu säubern. Dafür ist aber auch das regelmäßige Erstellen von Sicherungskopien Voraussetzung.
Um sein System generell vor der Verwandlung in einen Zombie zu bewahren, bedarf es für Windows-Nutzer einiger Maßnahmen. Personal Firewall, Anti-Virus- und Anti-Spyware-Programme gehören zur Grundausstattung.
Immer auf dem letzten Stand
Diese müssen aber ebenfalls regelmäßig aktualisiert werden. Das Einspielen von Microsoft-Patches ist ebenfalls unerlässlich. Wenn nicht täglich, dann sollten ein Mal in der Woche Systemchecks durchgeführt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt Ikarus auch ein Mal im Monat auf Verdacht ein zweites Virenschutzprogramm eines anderen Herstellers zu verwenden.
Generell gilt, ein gewisses Maß an Vorsicht zu entwickeln und sein Verhalten den wachsenden Bedrohungen anzupassen. Pichlmayr empfiehlt, den "Klick-Reflex" im Zaum zu halten und mit Hausverstand zu handeln. Auch wenn es immer schwieriger wird, zu erkennen, was gut und was böse ist.
