10.11.2005

ÖSTERREICH

Telekom-Gehaltsverhandlungen eskalieren

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen für rund 4.000 Beschäftigte der alternativen heimischen Mobilfunk- und Telekom-Betreiber ist ein heftiger Streit entbrannt.

Nach stundenlangen Verhandlungen in zweiter Runde hat die Gewerkschaft für kommenden Montag um 9.00 Uhr zu einer Betriebsversammlung vor der Wiener Zentrale von T-Mobile Austria aufgerufen.

In Gewerkschaftskreisen erwartet man eine Beteiligung von über 1.000 Arbeitnehmern.

Die Forderungen

Die Arbeitgeber haben eine Erhöhung der Ist-Gehälter um zwei Prozent plus 100 Euro Einmalzahlung sowie eine zweiprozentige Erhöhung der Mindestgrundgehälter vorgeschlagen.

"Billigsttarife auf Kosten der Mitarbeiter"

Angesichts des Jobabbaus in den vergangenen Monaten und hoher Ausgaben für Werbung, Firmenzukäufe und für Zugeständnisse im Streit um die Handymastensteuer hätten die Arbeitnehmer kein Verständnis, dass die Unternehmen nun nicht einmal die Inflation akzeptieren wollten.

"Es ist einfach unfair, dass die Konkurrenz um Billigsttarife zu Lasten der Beschäftigten gehen soll und die Kosten der Einigung rund um die Sendemasten in Niederösterreich unmittelbar an die Beschäftigten weitergegeben werden", so Proyer.

Komplexe und schwierige Situation

Bei der Handymasten-Einigung mit Niederösterreich habe es keine Kosten gegeben, daher könne er diese Argumentation nicht nachvollziehen, so Rene Tritscher, Geschäftsführer des Telekom-Fachverbandes.

Er rief die Arbeitnehmervertreter auf, "die konstruktiven Verhandlungen der vergangen Jahre fortzusetzen". Es sei nicht der Wunsch der Wirtschaftskammer gewesen, die Verhandlungen abzubrechen.

"Wir haben Verständnis für die Forderung der Gewerkschaft nach einer Inflationsabgeltung, aber man muss auch die komplexe und schwierige Situation der Branche sehen", so Tritscher.

Nächste Runde am 22. November

Einen Antrag auf weitere Proteste im Rahmen der Betriebsversammlung schloss Proyer nicht aus. Die junge Generation in der Telekom-Branche sei mittlerweile "sehr solidarisch", der "sozialpartnerschaftliche Ethos" sei ihr grundsätzlich "fremd".

Die nächste KV-Verhandlungsrunde haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber für 22. November angesetzt. "Verhandlungen müssen aber schon echte Verhandlungen sein", betonte der Gewerkschafter.