XCP-Kopierschutz nicht in Europa
Seit Anfang der Woche steht SonyBMG wegen seines Kopierschutzes XCP in der Kritik.
Seit März dieses Jahres im Einsatz, wurde nun bekannt, dass die Digital-Rights-Management-Lösung Virenschreibern die Möglichkeit gibt, Schaden auf jenen Systemen anzurichten, die eine derart kopiergeschützte CD einmal abgespielt haben.
In Europa nicht im Einsatz
Florian Steinkogler von SonyBMG Österreich stellte auf Anfrage der ORF.at futurezone nun klar, dass der XCP-Kopierschutz in Europa nicht eingesetzt wird. Betroffen seien lediglich US-Alben, die in Österreich nur als Import erhältlich sind.
Aktuelle, in Europa hergestellte CD-Titel kämen allesamt ohne Kopierschutz in den Handel, ältere Veröffentlichungen seien teilweise noch mit einem solchen ausgerüstet.
Mit dem zu weit greifenden Kopierschutz-System hat Sony den Ärger zahlender Kunden auf sich gezogen.
Sony-Kopierschutz spioniert Nutzer ausZustimmung erforderlich
Das XCP-System niste sich zudem nicht automatisch auf dem Rechner des Nutzers ein, so Steinkogler. Beim Start der CD auf dem Computer müsse der Kunde einer Lizenzvereinbarung zustimmen, in der auch auf den Kopierschutz hingewiesen würde.
Tatsache ist jedoch, dass sich kaum jemand die Mühe macht, das meist seitenlange Kleingedruckte wirklich durchzulesen. Die Lizenzbestimmung werden üblicherweise einfach mit einem "Ja" quittiert, um die Installation fortsetzen zu können.
Stimmt der CD-Käufer den Lizenzbestimmungen nicht zu, verweigert SonyBMG dem Kunden das Abspielen der CD. Ein Hören am PC ist dann nicht möglich.
Deinstallations-AnfrageSchadensbegrenzung im PR-Debakel
Nach der heftigen Kritik bemüht sich Sony nun um Schadensbegrenzung und hat mit einem Entfernungstool reagiert, das nach Angabe von CD-Titel und Händler über die Website bestellt werden kann.
Auch First 4 Internet hat seine Software mittels eines Patches aktualisiert und arbeitet nun offen.
Der Patch schaltet die Fähigkeit des Rootkits, sich zu verstecken, aus, der Kopierschutz selbst bleibt aber weiterhin aktiv.
