Telefonica übernimmt britische O2
Auf dem europäischen Mobilfunkmarkt bahnt sich eine Großfusion an. Der spanische Telekom-Konzern Telefonica will seinen britischen Mobilfunk-Konkurrenten O2 für 17,7 Milliarden Pfund [rund 26 Mrd. Euro] übernehmen.
Das Angebot liege bei 200 Pence je Aktie, teilten die beiden Unternehmen am Montag in Madrid und London mit. Das entspricht einem Aufpreis von 22 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.
Management hat bereits zugestimmt
Mit der Akquisition würde das spanische Unternehmen auf die Märkte Großbritannien und Deutschland vordringen.
Das Management von O2 stimmte der Transaktion bereits zu und bot seine eigenen Aktien Telefonica zum Kauf an. Die Marke O2 solle erhalten bleiben.
O2, das aus einer Abspaltung der BT Group [früher British Telecom] entstand, hat 15.000 Mitarbeiter und ist neben Großbritannien in Deutschland und Irland aktiv.
O2 - Investor RelationsZusammen kommen die beiden Unternehmen auf 116 Millionen Mobilfunkkunden.
Telefonica - Investor RelationsO2-Chef: "Sehr gutes Angebot"
Der Aufsichtsrat des britischen Mobilfunk-Betreibers O2 befürwortet die geplante Übernahme.
Das Gremium habe auch den Aktionären zur Annahme des Angebots aus Madrid geraten, sagte O2-Chef Peter Erskine. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen, könne die Übernahme im Jänner oder Februar vollzogen werden
Der O2-Chef nannte das Angebot der Spanier "sehr gut für den Aktienwert".
Zu klein, um allein zu bestehen
O2 gilt mit einem Kundenbestand von 24,6 Millionen als zu klein, um auf dem europäischen Mobilfunkmarkt alleine bestehen zu können.
Um O2 rankten sich in den vergangenen Monaten wiederholt Übernahmegerüchte. So prüften bereits die Deutsche Telekom [DT] und KPN einen Erwerb des Unternehmens. Die DT hatte ebenfalls mit Telefonica einen gemeinschaftlichen Kauf von O2 erwogen, diesen aber wieder verworfen.
Für den Fall eines neuen Angebots eines Konkurrenten für O2 hatte die DT nicht ausgeschlossen, ein weiteres Offert für O2 abzugeben.
Deutsche Telekom erwog O2-ÜbernahmeDie O2-Übernahme würde den Gewinn je Aktie unmittelbar steigern und bis 2008 zu jährlichen Einsparungen von schätzungsweise rund 239 Mio. Euro führen, teilte Telefonica mit.
Einmalige Kosten würden sich auf 39 Mio. Euro belaufen. Es sollten voraussichtlich keine Aktien ausgegeben werden, und Telefonica werde sein derzeitiges Aktienrückkaufprogramm sowie seine Dividenden-Politik fortsetzen.
Aus Verhandlungskreisen verlautete, Telefonica wolle die Übernahme durch einen Kredit der Citigroup, der Royal Bank of Scotland und von Goldman Sachs finanzieren.
