Ex-Infineon-Chef weist Vorwürfe zurück
Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat Schmiergeld-Vorwürfe zurückgewiesen. Er könne beweisen, "dass alle Vorwürfe gegen mich haltlos sind", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel" [Montags-Ausgabe].
Schumacher wies den Vorwurf zurück, er habe beim Börsengang von Infineon im März 2000 mehr Aktien bekommen als ihm zustanden. Er habe in Absprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Infineon-Aktien gezeichnet - "Und zwar so viele wie möglich, weil Siemens die Verbindung des Vorstands zum Unternehmen fördern wollte," sagte er.
Beim Verkauf seiner Aktien habe er alle Einnahmen versteuert.
Hintergrund der Ermittlungen ist ein vermeintlicher Bestechungsfall, in den nach Auffassung der Ermittler frühere Manager des Münchener Chip-Konzerns verwickelt sind. So soll der im Sommer zurückgetretene Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz
Schmiergelder für die Vergabe von Sponsoring-Verträgen im Motorsport verhalten haben.
Ermittlungen gegen Ex-Infineon-ChefSchumacher will sein Geld
Schumacher will außerdem die Auszahlung noch ausstehender Bezüge notfalls per Klage gegen den Chipkonzern erzwingen. Der "Welt am Sonntag" zufolge soll es um eine Summe von über vier Millionen Euro gehen.
Infineon hatte nach den Aussagen der Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen gegen Schumacher angekündigt, die noch bestehenden Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens an den Ex-Vorstandschef zu überprüfen.
Neuer Ärger droht dem Konzern im Zusammenhang mit der Reservierung von Aktien für Mitarbeiter, deren Familienangehörige sowie Freunde des Unternehmens beim Börsengang im März 2000.
Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ermittelt der Fiskus, ob es bei diesem so genannten "Friends & Family"-Programm zu Steuerhinterziehungen gekommen ist. Anlegerschützer erwägen deswegen rechtliche Schritte.
