EU-Wettbewerbshüter prüfen Qualcomm
Der Telekomausrüster Ericsson sowie Broadcom, NEC, Nokia, Panasonic Mobile Communications und Texas Instruments haben bei der EU-Kommission eine Beschwerde wegen Wettbewerbsverstößen eingelegt.
Sie werfen Qualcomm Benachteiligungen von Konkurrenten bei der Vergabe von Patentlizenzen für die Mobilfunktechnologie 3G vor.
Die Firmen glauben, dass Qualcomms Handel wider den Wettbewerb negative Effekte für den Mobilfunksektor in Europa wie auch anderswo habe, da sowohl die Betreiber als auch die Konsumenten bei weniger Wettbewerb höhere Preise zahlen müssten, so die Firmen in einer Aussendung.
Qualcomm bezeichnete die Anschuldigungen seinerseits als "wertlos".
Broadcom hat ähnliche Beschwerden über Qualcomms Lizenzpraktiken bereits in den USA bei Gericht eingereicht.
Noch keine Einigung bei schnellerem WLAN"Lizenz-Steine" im Weg der Konkurrenz
Qualcomm mache es für konkurrierende Chiphersteller schwieriger, da es wichtige Patente nicht lizenziere bzw. nicht zu angemessenen Preisen und dafür Käufern von Qualcomm-Chips besondere Konditionen einräume, so die Firmen weiter.
Zudem fordere der Anbieter unverhältnismäßig und gleich hohe Lizenzen für die 3G-Technologien WDCMA und CDMA2000, obwohl Qualcomm bei WDCMA weniger beigesteuert habe.
Die EU will sich die Vorwürfe nun näher ansehen, sagte ein Sprecher. Sollten die Wettbewerbshüter tatsächlich etwas an Qualcomms Verhalten auszusetzen haben, droht dem Anbieter eine Strafsumme in der Höhe von zehn Prozent des jährlichen Umsatzes und eine verordnete Änderung seiner Lizenzpraktiken.
