Studenten-Satellit ins All geschossen
Mehr als 200 Studenten von 20 Universitäten aus ganz Europa haben an dem Satelliten "SSETI-Express" gearbeitet, am Donnerstagmorgen ist die Sonde nun erfolgreich in eine Erdumlaufbahn geschossen worden.
Eine Kosmos-3M Trägerrakete wurde kurz vor 09.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit gezündet und transportierte das etwa waschmaschinengroße Gerät vom nordrussischen Kosmodrom Plesetsk in den erdnahen Weltraum.
Student Space Exploration
SSETI steht für "Student Space Exploration and Technology Initiative". Es ist der erste komplett von Studenten konzipierte und gebaute Satellit, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA betont.
Der "Express" ist der erste flugfähige Satellit des Programms, das im Jahr 2000 vom ESA-Büro für Bildungsmaßnahmen ins Leben gerufenen wurde.
Satellit setzt Mini-Satelliten aus
Der Studentensatellit misst 60 mal 60 mal 90 Zentimeter und wiegt
rund 62 Kilogramm. An Bord befinden sich drei kleine, so genannte
Pikosatelliten von jeweils etwa einem Kilogramm Gewicht, die
ausgesetzt werden, sobald der "Express" seine Umlaufbahn erreicht
hat.
Der SSETI-ExpressMission dauert einen Monat
Der "Express" soll auf einer über die Pole führenden Bahn die Erde in ca. 690 Kilometern Höhe umkreisen und fotografieren.
Einer der Pikosatelliten wird auch neue Techniken im Bereich der Telekommunikation testen. Zudem wird ein Antriebsmodul ausprobiert, das für künftige SSETI-Satelliten genutzt werden soll.
Die Missionszeit des "Express" beträgt etwa ein Monat. Als Funk-Teststation für Amateurfunker soll der Satellit auch danach dienen - bis er irgendwann in der Erdatmosphäre verglüht.
Hardware für unter 100.000 Euro
Der Startschuss für den Bau von "SSETI-Express" fiel Ende Jänner 2004 bei einem Workshop im ESA-Weltraumtechnologiezentrum ESTEC im niederländischen Noordwijk. Binnen 18 Monaten reifte der Satellit zur Flugfähigkeit heran.
Die beteiligten Studententeams kommunizierten und kooperierten in erster Linie über das Internet. Zwei Mal im Jahr trafen sich Teammitglieder beim ESTEC. Die wichtigsten Systeme wie Leistungsregler und Bordcomputer entstanden an verschiedenen Universitäten. Sie wurden dann beim ESTEC kombiniert.
Die ESA koordinierte die Arbeiten, überwachte Bau und Tests und organisierte den Start. Nach ihren Angaben belaufen sich die Gesamtkosten für die Hardware auf unter 100.000 Euro.
