Skype fürchtet sich vor Microsoft und Co.
Seit letzter Woche ist die Übernahme von Skype durch eBay abgeschlossen. Nun setzt Skype vor allem darauf, möglichst profitabel zu werden.
Das Unternehmen kann dabei auf 54 Millionen registrierte Nutzer bauen, laut eigenen Angaben kommen täglich 150.000 neue dazu. Auch wenn Skype maßgeblich zum Bekanntwerden von Voice over IP beigetragen hat und sich der Begriff "skypen" ähnlich wie "googeln" etabliert hat, fürchtet sich das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg dennoch vor der Konkurrenz.
"Die größte Bedrohung für uns sind Firmen wie Microsoft, Yahoo und AOL, weil sie über eine riesige Kundenbasis verfügen", sagte Skype-Chef und Mitbegründer Niklas Zennström nun bei einer Pressekonferenz.
EBay übenahm Skype für 2,5 Mrd. Dollar. Im Rahmen der Transaktion wurden 1,3 Mrd. Dollar in bar und die restliche Summe in Form von 32,8 Millionen eigenen Aktien gezahlt. Zusätzlich würden 2008/09 noch leistungsabhängige Zahlungen in der Höhe von maximal 1,4 Milliarden Dollar anstehen.
Skype kostet bis zu 4,1 Milliarden DollarMehrere potenzielle Käufer
Die großen Internet-Firmen versuchen Skype seine Vorherrschaft auf dem Markt für Internet-Telefonie zunehmend streitig zu machen. Nachdem Google im Sommer ein eigenes Messaging-Angebot gestartet hatte, gab Microsoft im August die Übernahme des Spezialisten Teleo bekannt. Yahoo hatte schon früher die VoIP-Firma Dialpad übernommen.
Zennström erklärte, er habe sehr lange über den Verkauf an eBay nachgedacht und mit einigen anderen potenziellen Käufern gesprochen. Er bestätigte auch Verhandlungen mit Rupert Murdoch und dessen Medienkonzern News Corp. Weiters sei auch über einen Börsengang debattiert worden.
Die Entscheidung fiel aber auf eBay, weil sich das Unternehmen bei der Übernahme von PayPal korrekt verhalten habe. "Sie wollen die Firma nicht zerstückeln. Sie werden sie fördern und das Wachstum fördern", so Zennström.
Neben der Gratistelefonie unter Skype-Nutzern offeriert das Unternehmen auch immer mehr kostenpflichtige Services wie Gespräche ins Festnetz, Voicemail und Klingeltöne.
Skype persönlich, aus ÖsterreichWachstum in der Zukunft
Wachstumsmöglichkeiten gebe es nach Ansicht von Zennström etwa in der Entwicklung von Services wie Live-online-Übersetzung. Die Zukunft jeglicher Kommunikation liege im Internet.
"Unser Ziel ist es, die Kommunikationswege der Menschen grundlegend zu verändern. Schon in wenigen Jahren wird es den Leuten sehr eigenartig vorkommen, fürs Telefonieren zu bezahlen."
Skype hatte 2004 sieben Millionen Dollar umgesetzt. Heuer sollen es gleich 60 Millionen werden, für das Jahr 2006 werden 200 Millionen anvisiert.
