Die chronisch logische Wochenshow
Der immer mehr zum Content-Provider mutierende Computerbauer präsentierte diese Woche eine neue Ausgabe seines Musikplayers iPod, der nun auch Videos abspielen kann.
Dazu passend gibt es in Apples Online-Shop iTunes Serienhits wie "Desperate Hauswives" und "Lost" [jeweils einen Tag nach der TV-Erstausstrahlung], Musikvideos und Pixar-Kurzfilme.
Auch wenn sich vielleicht nur wenige Käufer eigens einen Video-iPod zum Video schauen für unterwegs zulegen dürften, zumindest auf dem Rechner könnten die Serien-Angebote angesichts der Klagewellen der Industrie gegen Tauschbörsen ein Erfolg werden - denn bis dato gehörten gerade Serien in den Tauschbörsen zu beliebtesten Tauschobjekten.
Die Musikvideos dürften vor allem junge Kunden interessieren, sie sich dann auch den passenden iPod statt des Musik-Handys zulegen könnten. Lange Videos für unterwegs allerdings nur für jene Sinn, die auch täglich ausreichend Zeit in U-Bahn, Bus, Bim oder Bahn verbringen.
Der iPod wird zum Video-PlayerGenau genommen war diese Woche natürlich nicht der Start der mobilen Videos, portable Media-Player gibt es schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Apple könnte aber auch hier, wie einst bei den MP3-Playern, der finale "Stein des Anstoß" sein.
Portable Media-Player als mobiles KinoSony kontert mit der PSP
Echte Konkurrenz, vor allem wegen des deutlich größeren Displays, hat Apple kurz darauf von Sony bekommen:
Mit einer neuen Firmware kann dessen mobile Spielekonsole PSP über WLAN, und damit drahtlos, nun auch von unterwegs Inhalte von heimischen Fernseher oder DVD-Gerät streamen und steuern.
Die PSP hat jedoch einen Nachteil: Im Gegensatz zum iPod bietet sie derzeit, limitiert durch den Memory Stick als Speichermedium, nur einen Bruchteil der Speicherkapazität des iPods, der mit einer 30 bzw. 60 GB großen Festplatte ausgerüstet wurde. DVD-Ripps finden damit auf dem iPod spielend Platz.
Sony hat mit seiner PS3 allerdings noch ein Ass im Ärmel. Auch hier soll die PSP als "Steuerungsgerät" von auswärts dienen und Inhalte, wie etwa Bilder, Games oder Videos, von außerhalb abrufen können.
Sonys PSP mit Video- und TV-StreamingDas Content-Duell um AOL
Aufregendes tut sich offenbar auch bei der jahrelang verschmähte Internet-Sparte des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, America Online [AOL].
Nachdem der US-Marktführer bei Kabel-TV, Comcast, sowie Microsoft und Google bereits ihr Interesse an einer Beteiligung an AOL bekundet haben, soll nun auch Yahoo einen Einstieg erwägen, berichtet das "Wall Street Journal".
Die Motivation der Interessenten ist vielfältig: Während Google vor allem nach Inhalten für sein [kolportiertes] GoogleTV sucht und sich AOL als Suchkunden erhalten will, will Microsoft seine eigene Suche bei AOL unterbringen.
Comcast und Yahoo dürften vor allem an dem Content der AOL-Mutter Time Warner interessiert sein.
Vom Aschenputtel zur umworbenen Braut
