08.10.2005

140 MIO. WEG

CryoSat stürzte ins Polarmeer

"Wir nehmen an, dass der Satellit in den Lincoln-See nahe am Nordpol abgestürzt ist", sagte Generalleutnant Oleg Gromow von der russischen Raumfahrtagentur. Es sei nicht gelungen, den Satelliten wie geplant auf eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen.

Das habe an einer "Störung in der Schlussphase der zweiten Stufe der Rockot-Rakete" gelegen. Auch ein ESA-Sprecher in Paris bestätigte, dass der Kontakt zu dem Satelliten abgebrochen sei.

Darauf fiel der Flugkörper logischerweise auf die Erde zurück, brach auseinander, die Trümmer stürzten samt dem 140 Millionen teuren ESA-Satelliten ins Meer.

Das gut eineinhalb Stunden nach dem Abheben [17 Uhr 02] von Cryosat erwartete Positionssignal war ausgeblieben, wie aus dem ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt bekannt gegeben wurde. Die Raumsonde war zuvor planmäßig an Bord einer Trägerrakete vom russischen Plessezk aus gestartet.

650 Kilo um 140 Mio. Euro

Mit Hilfe von CryoSat, der nach rund anderthalb Stunden in einer Erdumlaufbahn ausgesetzt werden sollte, wollten Wissenschaftler das Abschmelzen der Polkappen erforschen.

Ein besonderes Interesse gilt dabei den Rändern der großen Landeismassen in Grönland und Antarktis.

CryoSat wurde vom Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gebaut, war 4,60 Meter lang und 2,34 Meter breit. Der 650 Kilogramm schwere Satellit hat 140 Millionen Euro gekostet.