Sun und Google paktieren gegen Microsoft
Der Suchmaschinen-Betreiber Google und der Netzwerk- und Serversoftware-Spezialist Sun wollen den gemeinsamen Erzfeind in den nächsten Jahren unter Druck setzen.
Die beiden Konzerne haben dabei vor allem die Dominanz von Microsofts Bürosoftware im Visier.
Im Rahmen einer mehrjährigen Kooperation werde Google das kostenlose Büropaket OpenOffice unterstützen, teilten die Unternehmen mit.
"Die Zusammenarbeit mit Google wird unseren Technologien einen breiteren Kundenkreis öffnen", so Sun-Chef Scott McNealy. Im Gegenzug wird Sun die Google Toolbar als Option in sein Java Runtime Environment aufnehmen.
Die MitteilungDie jetzige Zusammenarbeit könnte von Eric Schmidt in die Wege geleitet worden sein. Der Google-Geschäftsführer war vormals als Chief Technology Officer [CTO] bei Sun tätig, er arbeitete an der Entwicklung und Vermarktung von Java.
Kurz-Bio von Eric SchmidtWichtige Vertriebsplattform
Die Office-Programme sind neben dem Betriebssystem Windows die Hauptertragsquelle von Microsoft.
Das kostenlose OpenOffice basiert auf offenem Quellcode [Open Source] und bietet wie Microsofts Office Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Zeichnung und Datenbankverwaltung.
Google will sich an der Verbreitung und Entwicklung beteiligen. Mit seinen Millionen Nutzern wird die Suchmaschine eine wichtige Vertriebsplattform für OpenOffice.
Spekulationen darüber, dass Google die Bürosoftware schon bald unter eigenem Namen "Google Office" herausbringen könnte, wurden nicht kommentiert.
Download OpenOffice 1.1.5Die nächste Version des Microsoft-Büropaketes soll im zweiten Halbjahr 2006 auf den Markt kommen.
Mit Office 12 auch PDFs erstellenSun auch mit Microsoft verbandelt
Ein weiterer Ausbau der Zusammenarbeit sei aber auf jeden Fall geplant. "Wir halten immer Ausschau nach Gebieten, auf denen wir zusammenarbeiten können", erklärte Schmidt.
Erst im April 2004 kam es zu einer historischen Aussöhnung zwischen den beiden Konkurrenten Sun und Microsoft. Das hält Sun aber offenbar nicht von dem Office-Bündnis mit Google ab.
Mit der Ankündigung eines Vergleichs in Milliardenhöhe ging eine Jahrzehnte währende Feindschaft zwischen den beiden Unternehmen zu Ende.
Handschlag mit der "Bestie aus Redmond"
