Paramount durchbricht Format-Blockade
Als erstes Hollywood-Studio hat Paramount Pictures angekündigt, beide konkurrierenden DVD-Nachfolgeformate - Blu-ray und HD DVD - nutzen zu wollen.
Bisher galt Paramount als Unterstützer des von Toshiba entwickelten HD DVD. Der Einsatz von Blu-ray in der kommenden PlayStation 3 von Sony sei aber ein wichtiges Argument für ein Umdenken gewesen, wurde Paramount-Präsident Thomas Lesinski am Montag von der "New York Times" zitiert.
Während die Verfechter von Blu-ray diese Entscheidung als Aufweichung der HD-DVD-Fraktion sehen, bedeutet das aber auch, dass der Wettstreit am Ende mit hohen Kosten für die Industrie vom Kunden entschieden wird.
Paramount sichert sich mit seiner Entscheidung lediglich ab, damit es, egal welches Format sich durchsetzen wird, darauf vorbereitet ist.
Toshiba bringt Player später auf den Markt
Vergangene Woche hatte Toshiba angekündigt, dass die
Markteinführung der für 2005 geplanten HD-DVD-Geräte in den USA auf
das 1. Quartal 2006 verschoben werde.
Poker um Verkaufsstart von HD DVDZeit schinden für mehr Content
Blu-ray wird von Schwergewichten der Elektronik-Branche wie Sony und Panasonic sowie von den Computerkonzernen Apple und Dell und den Filmstudios Columbia Tristar, MGM, Disney und 20th Century Fox unterstützt.
Hinter HD DVD stehen neben den Entwicklern Toshiba und NEC auch Computerriesen wie Microsoft und Intel und in Hollywood neben Paramount auch Warner Brothers und Universal.
Indem Toshiba die Veröffentlichung erster Player auf das 1. Quartal 2006 und somit näher an den Marktstart der Blu-ray-Geräte verschoben hat, gibt der Konzern seinen Unterstützern mehr Zeit zur Aufbereitung von entsprechendem Content.
VHS vs. Betamax
Die Kunden stehen vor dem gleichen Dilemma wie in den 80er
Jahren, als die Formate VHS, Betamax und System 2000 um den Markt
für anloge Videorecorder antraten.
Neuauflage von VHS gegen BetamaxKeine gemeinsame Lösung
Erst Ende August hatten die beiden Lager ihre Bemühungen aufgegeben, sich auf einen gemeinsamen Standard zu einigen.
Hauptgrund dafür war vor allem der Zeitfaktor, der eine gemeinsame Entwicklung im angepeilten Veröffentlichungsrahmen unmöglich werden ließ.
Die konkurrierenden Formate basieren beide auf blauen Lasern, sind aber inkompatibel. Während Sonys Blu-ray-DVD eine Speicherkapazität von 50 GB bietet, wurde HD DVD mittlerweile auf 45 GB aufgestockt und ist billiger in der Produktion.
Dass sich Paramount nun für beide Formate öffnet, weist eindeutig darauf hin, dass es in diesem Krieg keinen Gewinner gibt.
