Yahoo: MS zu Zugeständnissen bereit

03.05.2008

Der Software-Konzern Microsoft will sein milliardenschweres Offert für Yahoo offenbar um "einige Dollar" je Aktie aufstocken. Statt 31 Dollar pro Aktie könnte Microsoft bis zu 35 Dollar zu zahlen bereit sein.

Wie die "New York Times" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, wurde das aktuelle Gebot von 31 Dollar je Yahoo-Aktie um einige Dollar erhöht. Das letzte, Anfang Februar abgegebene verbindliche Angebot lag bei knapp 45 Milliarden Dollar [rund 29 Mrd. Euro].

Die genaue Höhe des nun aufgestockten Gebots ist nicht bekannt, Microsoft soll eine Erhöhung auf 33 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt haben. Die Yahoo-Eigner fordern hingegen 35 bis 37 Dollar je Aktie. Analysten rechnen mit einem Kaufpreis von 32 bis 35 Dollar pro Yahoo-Aktie.

Der Ausgang der Verhandlungen sei damit aber weiterhin offen. Die Gespräche zwischen dem weltgrößten Software-Konzern und dem Internet-Unternehmen befänden sich in einer "sensiblen Phase".

Eine Einigung sei nicht sicher, hieß es. Aus Kreisen verlautete, dass Yahoo sich weiter nach Alternativen umschaue.

Am Donnerstag hatte MS-Chef Steve Ballmer vor Microsoft-Mitarbeitern betont, er werde für Yahoo "keine zehn Cent" mehr zahlen, als das Unternehmen seiner Ansicht nach wert ist.

Für Ballmer "alles offen"

Am Samstag vergangener Woche war eine von Microsoft gesetzte Frist abgelaufen. Investoren gingen am Freitag an der Börse trotzdem davon aus, dass es zu einer Einigung kommen wird. Yahoo-Aktien stiegen um fast sieben Prozent, während Microsoft-Titel um 0,5 Prozent fielen.

Jeder weitere Dollar pro Aktie beim Kaufpreis würde Microsoft etwa weitere 1,4 Milliarden Dollar kosten. Einige Aktionäre des Konzerns stellen daher die Fusion infrage.

Microsoft-Chef Ballmer erklärte am Donnerstag, dass zu den Alternativen auch ein feindlicher Übernahmeversuch sowie ein Fallenlassen des Gebots gehörten.

Yahoo machte im vergangenen Jahr 660 Millionen Dollar Gewinn, Microsoft verdiente unterdessen 14,07 Milliarden Dollar.

(AFP | Reuters | AP)