Microsoft wartet im Kampf um Yahoo zu

taktik
01.05.2008

Das Microsoft-Direktorium lässt im Übernahmepoker mit Yahoo weiterhin alle Optionen offen.

Bei einem Treffen des Microsoft-Führungsgremiums am Mittwoch kam es zu keiner Entscheidung über das weitere Vorgehen des Software-Konzerns im Übernahmekampf um Yahoo, berichtete das "Wall Street Journal" ["WSJ"].

Das Microsoft-Direktorium prüfe sowohl eine feindliche Übernahme, eine Verbesserung und auch eine Zurückziehung seines Angebots, berichtete die Zeitung. Ein Sprecher des Unternehmens war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Microsoft bietet 41,8 Milliarden Dollar für das Internet-Unternehmen. Yahoo lehnte das Angebot aber bisher als zu niedrig ab. Am vergangenen Wochenende war ein Ultimatum Microsofts an Yahoo zur gütlichen Einigung über einen Kauf abgelaufen.

Verbesserung des Angebots diskutiert

Microsoft deutete dem Bericht zufolge an, dass es sein Angebot von 31 auf 33 Dollar je Anteilsschein aufstocken könnte. Allerdings liegt das auch noch unter der Forderung von Yahoo-Großaktionären, die 35 bis 37 Dollar je Aktie erwarten.

Auch Rückzug möglich

Unterdessen habe Microsoft-Chef Steve Ballmer durchblicken lassen, sein Unternehmen könnte sich ganz von dem Angebot zurückziehen, heißt es im "WSJ". Analysten sehen darin aber eher einen Versuch, mehr Druck in den Verhandlungen zu machen.

Mit dem Yahoo-Kauf will Microsoft die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo sucht nach Alternativen und verhandelt mit möglichen anderen Partnern wie Google, dem Online-Portal AOL und dem Medienmogul Rupert Murdoch.

(APA | Reuters)