13.09.2005

ERIC S. RAYMOND

OS-Guru lacht über MS-Jobangebot

"Einen Versuch ist es wert" - getreu diesem Motto hat Microsoft nun offenbar versucht, eine der bekanntesten und umstrittensten Figuren der freien Software-Bewegung, Raymond, auf seine Lohnliste zu setzen.

"Ich würde gerne mit Ihnen im Detail über eine Karriere bei Microsoft, Ihre Erfahrung, Hintergründe und Qualifikationen sprechen", heißt es in einer E-Mail der Microsoft-Personalabteilung an Raymond, die dieser auf seiner Website veröffentlichte.

"Vorher muss die Hölle zufrieren"

Das Angebot zeige einzig und allein, dass weder Personal- noch Forschungsabteilung einen Schimmer hätten, mit wem sie es zu tun haben. "Habt ihr vieleicht schon von so etwas wie der Open-Source-Bewegung gehört?" so Raymond in seiner Antwort-Mail.

"Ich war es, der auf die Frage von Craig Mundie, Chief Technical Officer bei Microsoft, 'Wer sind Sie' mit 'Dein schlimmster Albtraum' geantwortet hat", so Raymond. "Wolltet Ihr als Nächstes etwa auch Richard Stallman und Linus Torvalds rekrutieren? Oder einfacher: Papst Benedikt dazu überreden, einer Satanisten-Orgie vorzusitzen?"

Bevor er für Microsoft arbeite, müsse erst die Hölle zufrieren, so Raymond weiter. Seine Lebensaufgabe sei der Kampf gegen das Microsoft-Monopol.

"An dem hoffentlich nicht mehr so weit entfernten Tag, an dem ich auf das Grab von Microsoft pinkle, hoffe ich, dass es dabei nicht auch Sie trifft", schließt Raymond seine E-Mail-Absage.