12.09.2005

BESTÄTIGT

EBay kauft Skype

Durch die Kombination der zwei führenden E-Commerce-Angebote, eBay und Paypal, mit Skype schaffe eBay eine außerordentlich leistungsstarke Möglichkeit für Geschäfte im Netz, so Whitman weiter.

Zusammen könne man die Art, wie Menschen übers Netz kommunizieren, einkaufen und Geschäfte machen, verändern, so Skype-Mitbegründer Janus Friis. Er und sein Partner Niklas Zennström sollen in der Firma bleiben.

Mit dem Kauf erweitere eBay seine weltweite Marktplatz- und Zahlungssystem-Plattform und erschließe sich gleichzeitig eine Reihe neuer Geschäftsfelder und Einnahmequellen, so eBay.

Eine weitere Zahlung von bis zu 1,5 Milliarden Dollar sei vereinbart, wenn bestimmte Unternehmensziele bis 2008 oder 2009 erreicht würden, gab eBay weiters bekannt. Die Transaktion hätte damit ein Volumen von bis zu 4,1 Milliarden Dollar.

Mehr Vertrauen durch Telefonie

Laut eBay soll die Integration von Skype in eBay die Kommunikation zwischen Bietern und Käufern verbessern und damit auch zum Vertrauen in das Online-Auktionshaus beitragen, etwa bei Autos und teuren Sammlerstücken.

Bis dato wird bei eBay hauptsächlich über E-Mail kommuniziert, in Zukunft sollen offenbar mit Hilfe von Skype Geschäfte auch übers Telefon abgewickelt bzw. angebahnt werden.

Eine Möglichkeit könnten auch Auktionen sein, wo die einzelnen Bieter ihre Gebote statt über die Maus via Mikrofon abgeben könnten.

EBay könne von Skypes Popularität etwa in Japan und Skandinavien profitieren, wo das Auktionhaus nicht so stark vertreten ist, so eBay in einer Mitteilung, aber auch auf den boomenden Märkten wie China, Russland und Indien, wo persönliche Kommunikation wichtig sei.

EBays Internet-Bezahldienst PayPal soll ebenfalls einen Schub erhalten, so könnten kostenpflichtige Skype-Services über PayPal abgewickelt werden, und PayPal durch Skype neue Kunden gewinnen.

Zu viel bezahlt?

Der Kauf erinnert an eBays Übernahme von PayPal für 1,5 Milliarden Dollar 2002. Allerdings war PayPal zum dem Zeitpunkt bereits an der Börse und machte 200 Mio. Dollar Umsatz pro Jahr, das 2002 gegründete Skype erwirtschaftete 2004 sieben Millionen Dollar Erlös.

Analysten zeigten sich entsprechend von dem Kauf nicht ganz so überzeugt. Als letzte Woche die ersten Gerüchte zur Übernahme aufkamen, fielen eBay-Aktien um vier Prozent.

"Angesichts der Tatsache, dass eBay noch nicht auf dem Markt für Online-Kommunikation präsent ist, sehen wir keine unmittelbaren Synergien", so Mark Main, Analyst bei der Beratungsfirma Ovum. Anthony Noto von Goldman Sachs sagte, eine Lizenzvereinbarung würde möglicherweise auch reichen, um eBay-Käufern und -Verkäufern die Kommunikation untereinander zu ermöglichen.