Siemens will Problemsparten ausgliedern
Siemens-Sprecher Eberhard Posner bestätigte entsprechende Überlegungen. Konkrete Schritte würden vermutlich aber frühestens nach dem 20. September bekannt gegeben und damit zwei Tage nach der deutschen Bundestagswahl.
Ein absichtliches Abwarten, um Auswirkungen auf die Wahl zu vermeiden, wies der Sprecher ausdrücklich zurück. Vielmehr seien erst dann die Ende August vom Zentralvorstand des Konzerns beauftragten Untersuchungen über die drei Geschäftsbereiche abgeschlossen, die im letzten Quartalsbericht Verluste ausgewiesen hatten, erklärte Posner.
Zugleich betonte der Sprecher, dass eine Ausgliederung von Stellen nicht bedeute, dass diese wegfielen, sondern, dass sie in einem eigenständigen Betrieb weitergeführt würden. Wie viele Stellen möglicherweise umstrukturiert werden sollten, wollte Posner nicht sagen.
Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld bekannte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zum Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland. Siemens beschäftige derzeit 164.000 Mitarbeiter in Deutschland, er könne keinen Grund erkenne, warum sich daran etwas ändern solle.
Unklare Job-Situation bei SiemensBis zu 10.000 Jobs
Der "Spiegel" meldete vorab, Vorstandschef Kleinfeld wolle unmittelbar nach der Wahl ein groß angelegtes Sanierungsprogramm für drei wichtige Problemsparten des Konzerns verkünden, dem mehrere tausend Stellen zum Opfer fallen könnten.
Das Blatt berief sich auf hochrangige Arbeitnehmervertreter, die dies im Anschluss an eine außerordentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses berichtet hätten. Dabei sei unter anderem über die Zukunft der drei verlustträchtigen Bereiche diskutiert worden: Kommunikationssparte, IT-Dienstleister SBS und Industrielogistik.
Demnach solle das Geschäft mit Automatisierungsanlagen etwa für Getränkehersteller zunächst ausgegliedert und danach in Partnerschaften eingebracht oder verkauft werden. Ähnliche Pläne verfolge Kleinfeld offenbar auch mit der Servicetochter SBS. Alles in allem, fürchteten Betriebsräte und Gewerkschafter, könnten bei Siemens bis zu 10.000 Jobs wegfallen, davon allein 3.000 in der Telefonsparte.
Ein Siemens-Sprecher bezeichnete die Zahlen über den beabsichtigten Personalabbau laut "Spiegel" als "viel zu hoch gegriffen". Dass konkrete Beschlüsse erst nach der Bundestagswahl bekannt gegeben werden sollten, sei "reiner Zufall".
