Hans Reiser wegen Mordes verurteilt
25 Jahre Haft für ReiserFS-Programmierer
Hans Reiser, in Open-Source-Kreisen durch sein Dateisystem ReiserFS bekannt, ist am Montag von einem Gericht im kalifornischen Oakland wegen schweren Mordes zu 25 Jahren Haft verurteilt worden.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 44-jährige US-Staatsbürger Reiser seine russischstämmige Frau Nina vorsätzlich umgebracht hat. Nina Reiser war vor rund einem Jahr verschwunden. Ihre Leiche wurde nie gefunden, allerdings fanden sich Spuren von ihrem Blut im Haus und im Auto der Familie.
Der Staatsanwalt konnte nachweisen, dass Reiser nach dem Verschwinden seiner Frau den Beifahrersitz seines Autos ausgebaut und den Fußboden seines Hauses intensiv gereinigt hatte. Außerdem habe Reiser zu diesem Zeitpunkt auch höhere Summen vom Familienkonto abgehoben.
Indizien verschieden interpretiert
Reiser hatte bis zuletzt behauptet, seine Frau habe ihn verlassen. Den Autositz habe er nur ausgebaut, damit er bequemer in seinem Fahrzeug schlafen könne, und den Hausboden habe er schlicht deswegen gereinigt gehabt, weil dieser schmutzig gewesen sei. Das Geld habe er gebraucht, um die Programmierer in seiner Firma zu bezahlen. Reisers Verteidiger stellte die Behauptung auf, dass sein Mandant betrogen worden sei und seine Frau heute in ihrer russischen Heimat lebe.
Staatsanwalt Paul Hora sagte, Reisers Frau habe ihn mit einem anderen Mann betrogen. Außerdem sei Reiser der Ansicht gewesen, dass sie Hunderttausende Dollars unterschlagen habe, obwohl er das nie habe beweisen können. Außerdem hätten sich die Reisers in einem Streit um das Sorgerecht für ihr Kind befunden.
(AP | futurezone)
