05.09.2005

OTS-PROSA

"Raubkopierer klauen Klingeltöne"

Den fähigen Reportern von Computerbild ist es gelungen, in die gefährliche Welt dubioser "Klingelton-Internetläden" einzudringen. Und sie haben erdrückende Beweise mitgebracht.

Der Nachweis, dass MP3-Dateien tatsächlich auf die Festplatte kopiert werden können, wurde ebenso geführt, wie die anschließende Übertragung der MP3s per Kabel, Infrarot oder sogar Bluetooth auf's Handy "problemlos" absolviert wurde. Der Größe dieses Skandals mit 55 Millionen Euro Schaden entsprechend wird die Aussendung ungekürzt wiedergegeben.

Originaltext Computerbild

Immer mehr Handy-Klingeltöne werden inzwischen aus Klingelton-Internetläden raubkopiert. Das berichtet die Zeitschrift COMPUTERBILD in ihrer aktuellen Ausgabe (ab Montag im Handel). Viele Anbieter der Töne stellen auf ihren Internetseiten kostenlose Hörproben bereit, die lang genug sind, um als Klingelton verwendet zu werden. Wie COMPUTERBILD feststellte, sind diese Klang-Beispiele nicht vor dem Kopieren geschützt.

Bei einer Stichprobe konnten bei Anbietern wie Zed.de, Handy.de und Rtlhandyfun.de die Hörproben mit wenigen Mausklicks auf die Festplatte kopiert werden. Von dort ließen sie sich problemlos via Kabel-, Infrarot- oder Bluetooth-Verbindung auf Handys übertragen.

Die Probier-Klänge als Klingeltöne auf dem Handy zu verwenden ist jedoch illegal.

"55 Millionen Euro Schaden"

Unter Jugendlichen soll inzwischen eine regelrechte Tauschszene entstanden sein, in der raubkopierte Handy-Klänge in großen Mengen weitergegeben werden. Nach Schätzungen der Firma Qpass, die Verkaufsportale für Klingelton-Anbieter herstellt, ist durch die ungenügende Absicherung der Hörproben allein im letzten Jahr in Deutschland ein Schaden von 55 Millionen Euro entstanden.