04.09.2005

MACHT & KAMPF

Microsoft gegen Google wird emotional

Die Auseinandersetzung rund um den ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter Kai-Fu Lee, der von Google engagiert wurde, bringt einige intime Details aus dem Hause Microsoft ans Tageslicht.

Denn Lee war offenbar nicht der erste höhere Microsoft-Angestellte, der die Firma Richtung Google verlassen hat.

Laut den Papieren, die Google und Microsoft im Kampf um Lee vor Gericht eingereicht haben, geht es dabei nicht immer ganz reibungslos ab.

Mark Lucovsky, bereits letztes Jahr von MS zu Google abgewandert, gibt in seiner beeideten Erklärung an, dass Ballmer, als er hörte, dass Lucovsky zu Google wechseln will, nicht nur heftig fluchte, sondern vor Zorn auch einen Stuhl durch den Raum geschmissen haben soll.

"Kill Google"

Lucovsky setzte Ballmer im November letzten Jahres von seiner anstehenden Kündigung in Kenntnis. Daraufhin soll Ballmer gesagt haben: "Sagen sie mir nur, dass es nicht Google ist." Als Lucovsky jedoch angab, zu Google wechseln zu wollen, soll Ballmer zuerst den Stuhl geschmissen und anschließend Google-Chef Eric E. Schmidt mit unflätigen Worten bedacht haben.

"I'm going to f***ing bury that guy, I have done it before, and I will do it again. I'm going to f***ing kill Google", sollen Ballmers Worte gewesen sein. Schmidt war vormals Chef bei Novell und arbeite für Sun Microsystems.

Ballmer seinerseits streitet diese Aussagen ab und beschrieb die Erklärung in einer Stellungnahme am Freitag als "grobe Übertreibung" von dem was wirklich statt gefunden habe.

Lucovsky Entscheidung zu gehen sei enttäuschend gewesen und er habe ihn gedrängt zu bleiben, seine Beschreibung von dem Treffen sei aber nicht korrekt, so Ballmer.

"Google ist ein Kartenhaus"

Laut Lucovsky soll Ballmer unter anderem mit den Worten "Googles ist keine echte Firma, das ist ein Kartenhaus" versucht haben, Überzeugungsarbeit zu leisten.