26.08.2005

ÖSTERREICH

Online-Werbung spürt langsam Aufwind

Für viele europäische Unternehmen dient das Netz bereits als wichtiges Instrument zur Imagepflege, Kundenbindung aber auch zur Generierung von Umsätzen, Österreich hinkt derzeit noch hinterher.

Allerdings werden auch hier zu Lande die Online-Anteile im Media-Mix erhöht. DerStandard.at verzeichnete im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von 45 Prozent und das sei "erst der Anfang", so Alexander Mitteräcker, Vorstand der Bronner Online AG. Es sei davon auszugehen, dass sich der Trend noch weiter verstärke, so Mitteräcker bei einer Veranstaltung der APA-E-Business-Community.

Vor allem im Tourismus wird das Netz besonders intensiv genutzt - bei der Österreich Werbung wandern laut Markus Gratzer acht Prozent des Werbebudgets in den Online-Bereich. Weltweit habe der Tourismus am Business-to-Consumer-Umsatz den höchsten Anteil, so Gratzer weiter.

Mehr Werbung bei Kommunikation

Für Arend Hendriks von MSN International hat Online-Werbung den Vorteil, dass die Akzeptanz beim User durch die Gratis-Mentalität höher ist als im klassischen Bereich. Das Web sei zudem, zumindest beim jungen Publikum, bereits ein fixer Bestandteil des Lebens, so Hendriks.

Bis 2007 sieht Hendriks das Web als Primärmedium der Netzgeneration, die Konsumenten würden dabei die Kontrolle übernehmen und die Bedingungen stellen. Potenzial ortet er bei Werbung in Kommunikationstools, da 60 Prozent der Online-Zeit mit Kommunikation verbracht werden.

Laut Mitteräcker ist seit Jahresbeginn die Bereitschaft, in Online-Werbung zu investieren, deutlich gestiegen. Meist seien das große Unternehmen, bei denen über das Budget etwa in Redmond [Stammsitz von Microsoft, Anm.] entschieden wird. Die Zahl der Kunden, die in Österreich in Online-Werbung investieren, sei noch nicht sehr hoch.

Möglichkeiten werden nicht genutzt

Zwar werde das Internet stärker in den Marketing-Mix eingebunden, aber oft nur als "weiteres" Medium behandelt, kritisierte Martin Diller von Diller Consulting.

Die Möglichkeiten der Kombination verschiedener Werbeformen würden zu wenig genutzt, Strategie und Planung vernachlässigt. Zusätzlich zur klassischen Kampagne noch ein paar Banner zu schalten reiche nicht, so Diller.