Kabelloses Wohnzimmer wird Realität
Die drahtlose Vernetzung von Unterhaltungselektronik ist in diesem Jahr der Schwerpunkt der Internationalen Funkausstellung [IFA] in Berlin.
Das Vorpreschen von Billigherstellern zeugt davon, dass die Technologie endlich reif für die breite Masse ist.
Als Mittel der Wahl etablieren sich dabei WLAN-Funknetzwerke, die eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 54 MBit/Sekunde aufweisen.
Die IFA [2. bis 7. September] in Berlin ist der weltgrößte Branchentreff für Unterhaltungselektronik. 1.189 Aussteller aus 40 Ländern zeigen dort ihre Produktneuheiten.
IFA-WebsiteYakumo zum Beispiel baut WLAN-Chips in alle möglichen Geräte vom Video- und Musik-Center zum DVD-Player ein. Mit der schnellen Reaktion auf den Trend hoffe man, sich gleich ein großes Stück des neuen Marktes zu sichern, sagt Firmenchef Jürgen Rakow.
Kabelfreie Geräte gibt es auch von anderen Firmen, zum Beispiel Buffalo oder Kiss.
Zuvor waren nur große Hersteller mit wenigen Geräten auf dem Markt aktiv, wie Philips mit seiner teuren Streamium-Reihe, die zunächst kein Verkaufshit wurde. "Es war einfach zu früh", meint ein Experte dazu.
Zur IFA bringt Philips nun unter anderem ein Wireless Music Center mit, das drahtlos bis zu fünf Stationen versorgen kann.
Yamaha zeigt einen Musik-Server für 15 Empfänger. Vor allem die Markengeräte haben aber noch durchaus ihren Preis - das Yamaha-Center zum Beispiel soll stolze 1.800 Euro kosten.
YamahaChiphersteller reiben sich die Hände
Die Preise werden aber fallen, unter anderem durch günstigere WLAN-Chips, und die Halbleiterindustrie freut sich schon auf einen neuen Markt.
Im vergangenen Jahr sei erst ein Prozent der Heimelektronik für drahtlose Netzwerke gerüstet gewesen, stellte vor kurzem ein Analyst des Marktforschungsunternehmens IDC, Mario Morales, fest
Bis 2008 werden es 13 Prozent sein - oder 81 Millionen Geräte. Damit würde das Segment ein Fünftel aller WLAN-Chips abnehmen. Allein bei den DVD-Spielern werde in diesem Jahr bereits eine Million Geräte über einen WLAN-Chip verfügen und 2008 sollen es neun Millionen sein, schätzte Morales.
Bluetooth für Kurzstreckenvernetzung
Nicht zu unterschätzen seien aber auch andere drahtlose Techniken
wie Bluetooth beispielsweise zur Verbindung mit dem Handy oder mit
der Autoelektronik, sagen Brancheninsider.
Wikipedia-Infos zu Bluetooth
