Kartellamt gegen deutsche Mobilfunker

wettbewerb
24.04.2008

T-Mobile und Vodafone unter Beobachtung

Das deutsche Bundeskartellamt hat ein Missbrauchsverfahren gegen die Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone eingeleitet. Das Verfahren betreffe die unterschiedlichen Tarife für Telefonate in die eigenen Netze beider Konzerne [On-Net-Tarife] und für Gespräche in die Netze von Konkurrenten, sagte ein Kartellamtssprecher am Donnerstag und bestätigte damit Angaben von KPN.

Beschwerde von KPN

Der niederländische Telekomkonzern, die Mutterfirma des drittgrößten deutschen Mobilfunkbetreibers E-Plus, hatte Beschwerde gegen den Missbrauch einer aus seiner Sicht marktbeherrschenden Stellung der beiden Konkurrenten bei den Kartellwächtern eingereicht.

Das Kartellamt wolle aufgrund der Beschwerde prüfen, ob es tatsächlich ein "marktbeherrschendes Oligopol" zwischen T-Mobile und Vodafone in Deutschland gebe, sagte der Sprecher. Das Amt habe bereits Auskunftsersuchen an T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus gerichtet. Zur Dauer der Untersuchung konnte der Sprecher keine Angaben machen.

KPN-Chef Stan Miller hatte gesagt, die Untersuchung bestätige den Verdacht, dass sich die dominierenden Anbieter in Deutschland wettbewerbsschädlich verhielten. KPN Telecom besitzt Mobilfunknetze in den Niederlanden, Deutschland und Belgien.

(Reuters)