USA: Fingerabdruck auch bei Ausreise

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22.04.2008

Mehrkosten: 2,7 Milliarden US-Dollar

Flugpassagiere sollen künftig auch bei der Ausreise aus den USA ihre Fingerabdrücke hinterlassen. Das Heimatschutzministerium hat eine entsprechende Änderung der bisherigen Bestimmungen vorbereitet, wie am Montagabend aus Kreisen des Ministeriums verlautete.

Fluggesellschaften übermitteln

Demnach sollen die Fluggesellschaften verpflichtet werden, die biometrischen Daten zu erheben und innerhalb von 24 Stunden an das Heimatschutzministerium zu übermitteln. Auf diese Weise soll kontrolliert werden, ob Reisende die Gültigkeitsdauer ihres Visums überschreiten. Bisher wird nur bei der Einreise in die USA ein Fingerabdruck verlangt - oder, bei neueren Systemen, alle zehn Fingerabdrücke.

Die geplante Verschärfung der Kontrollen betrifft auch die Betreiber von Kreuzfahrten. Diese sowie die Fluggesellschaften müssen nach Angaben aus dem Ministerium über einen Zeitraum von zehn Jahren mit Mehrkosten von etwa 2,7 Milliarden US-Dollar [1,7 Mrd. Euro] rechnen.

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Die betroffenen Fluggesellschaften lehnen das Projekt ab. Industrievertreter gehen nach Angaben der "Washington Post" vom Dienstag sogar von Kosten bis zu 3,5 Milliarden Dollar aus, die Unternehmen, Flugpassagiere und Staat tragen müssten.

Ein Vertreter der Fluggesellschaften kritisierte, die Sammlung von geschätzten 33 Millionen Fingerabdrücken pro Jahr werde auch zu Verspätungen führen. Der Kongress hatte im vergangenen Jahr vom zuständigen Heimatschutzministerium verlangt, die Sammlung von Fingerabdrücken von Ausreisenden bis Juni 2009 einzuführen.

(APA | AP)