LAN-Partys in der Krise
Wenige Tage vor ihrem Start war die für Ende Juli im Wiener Austria Center "Frag Factory", die mit 800 Teilnehmern eines der besucherstärksten Events werden sollte, abgesagt worden.
In der vergangene Woche wurden die Vorbereitungen für die Grazer "Phaenomelan", abgebrochen, die für Mitte August angesagte, kollektive Ballerei findet nicht statt. Dabei hatten sich die Veranstalter der beiden Großereignisse im Vorfeld erhofft, neue Teilnehmerrekorde aufzustellen, spekuliert wurde mit Zahlen jenseits der Tausend.
Angesichts der schleppend laufenden Anmeldungen wurden die Erwartungen dann bis zu den Absagen laufend nach unten korrigiert.
Der Überblick bei Planetlan.atSt. Pölten, Schrems, Ried
Zum einen sind es die LAN-Partys mit ländlichem Einzugsbereich wie etwa die WoodenLAN in der Stadthalle Schrems, die am Sonntag zu Ende ging, oder die St. Pöltener "Downunder4LAN" [Mitte Juli], die an den Teilnehmerzahlen der Großevents fressen.
Statt weite Anreisen in Kauf zu nehmen, tendiert der LAN-Gamer eher zum geographisch nächsten Event. Der für September angesagten Thunder-LAN [Ried im Innkreis, OÖ] wegen ihres weiten Einzugsbereichs im bayrischen Raum gute Chancen zugemessen werden, heuer das besucherstärkste Event in Österreich zu stellen. 800 Teilnehmer werden im Moment von den Veranstaltern erwartet.
Ein weiterer Faktor ist, dass sich die wachsende Popularität des Online-Gaming - dafür muss weder ein Rechner transportiert, noch muss in Turnhallen kampiert werden - ebenfalls negativ niederschlägt.
LAN-Partys in Österreich"Blut- und schießwütige Spiele"
Und: Zeiten, in denen Krieg und Bombenterror in den Medien allgegenwärtig ist, sind nicht eben gut für Sponsorsuche. Die Veranstalter der Phaenomelan hatten nach eigenen Angaben das Handtuch für 2005 geworfen, weil der Hauptsponsor nach einem Im "Standard" erschienenen Artikel abgesprungen war.
"In Anbetracht dieses Artikels sehen wir uns nicht mehr in der Lage den Sponsorvertrag weiter aufrecht zu erhalten um öffentlich als Sponsor von blut- und schießwütigen Spielen bekannt zu werden und in die Schlagzeilen zu gelangen", hieß es von Sponsorseite, so die Veranstalter.
