31.07.2005

AUFSTIEG

Google-Konkurrenz aus China

Die chinesische Suchmaschine Baidu.com will nach fünf Jahren enormen Wachstums an die Börse: In den USA soll die vergleichsweise geringe Summe von 45 Millionen Dollar erzielt werden.

Baidu.com leitet seinen Namen von einem 900 Jahre alten Gedicht ab - die Unternehmensgeschichte ist allerdings noch jung. Im Jahr 2000 von zwei Chinesen gegründet, hat sich die hier zu Lande unbekannte Suchmaschine im chinesischen Sprachraum zum Asiens Google gemausert.

Robin Li, der zuvor für Infoseek arbeitete, und Eric Xu, Berater diverser US-amerikanischer Biotech-Firmen, gründeten das Unternehmen gemeinsam, Xu ist mittlerweile ausgeschieden.

Die 45 Millionen Dollar, die das Unternehmen durch den US-Börsegang erzielen will, scheinen gering im Vergleich zu den 1,2 Milliarden Dollar, die der Google-Börsengang erzielt. Doch Baidu.com gibt nur einen geringen Teil des Unternehmens an den Kapitalmarkt weiter - hochgerechnet wäre das Unternehmen 650 Millionen Dollar wert.

Die Chinesen schätzen den Umstand, dass Baidu.com weitgehend unabhängig bleibt. Eine Vielzahl von chinesischen Unternehmen will Partnerschaften mit der Suchmaschine abschließen, was auch die chinesische Regierung gern sieht.

Baidu.com bereits mit Gewinnen

Baidu.com schreibt bereits Gewinne. Für das erste Quartal 2005 wurden Überschüsse in der Höhe von 303.000 Dollar ausgewiesen - Tendenz steigend.

Durch einen gewonnenen Rechtsstreit mit dem großen Konkurrenten 3721.com, der vor zwei Jahren von Yahoo übernommen wurde, hat sich Baidu.com wie einst Google ein positives Underdog-Image zurechtgefeilt. 3721.com hatte die Verlinkung zur Konkurrenz in seinen Suchergebnissen unterbunden - eine Praxis, die vor einem Gericht in Peking auf Missfallen stieß.