30.07.2005

ANGEBLICH

Virengefahr fürs Auto steigt

Nachdem Computerviren bereits Millionen von PCs und wohl so manches Handy heimgesucht haben, könnten sie demnächst auch auf Autos überspringen.

Die Gefahr lauert dabei weniger unter der Motorhaube, als vielmehr im Cockpit: Immer mehr Autocomputer unterstützen die direkte Verbindung zum Handy oder MP3-Playern via Bluetooth.

Wenn Smartphones und Autocomputer den gleichen Kanal für den Datentransfer via Bluetooth verwenden, werden Angreifer mögliche Sicherheitslücken im Betriebssystem des Autocomputer früher oder später finden und diese ausnutzen, ist sich Yevgeni Kaspersky vom gleichnamigen Sicherheitsspezialisten sicher.

Schadprogramme könnten sich dann theoretisch auch in die Autoelektronik voranarbeiten und dort etwa die Motorsteuerung außer Gefecht setzen.

Absichern der wichtigen Teile

Die Autobauer sind wachsam und rüsten sich bereits. Sie sichern laut eigenen Angaben heikle Dinge wie etwa Airbags oder eben die Motorsteuerung besonders genau, während die Unterhaltungselektronik an Bord meist weniger gut geschützt wird.

Im Prinzip sei es möglich, dass ein Virus eingepflanzt werde, BMW arbeite bereits seit Jahren daran, dieses Problem zu lösen, so ein Sprecher des Herstellers. Zulieferer wie Siemens aber auch andere Hersteller nutzen Verschlüsselung, damit ungewollte Daten oder Programme nicht überspringen könnten.

Wenn die Autobauer sich vermehrt um die Sicherheit ihrer Systeme kümmern, könnte sich für die Hersteller von Antiviren-Software ein potentiell lukrativer Markt eröffnen.

Allerdings wird sich wohl erst bei den ersten großen Virenangriffen zeigen, ob in Autos eine vergleichbare Monokultur herrscht wie auf Desktop-Rechnern und die Viren damit ausreichend Angriffsfläche vorfinden.