SMS und E-Mails unter der Terror-Lupe
Sie habe deshalb Mobilfunkbetreiber und Provider gebeten, die entsprechenden Aufzeichnungen vom Donnerstag, dem Tag des Anschläge, nicht zu löschen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Zudem appellierte die Polizei an Zeugen, den Ermittlern mit Handys aufgenommene Fotos und Videos von den Anschlagsorten zur Verfügung zu stellen.
Die Polizei habe allerdings keine rechtliche Handhabe, Unternehmen zur Speicherung der Informationen zu zwingen, räumte der Sprecher ein. Einige hätten bereits geantwortet, dass sie der Aufforderung aus technischen Gründen nicht nachkommen könnten.
BT bestätigt Anfrage
"Die Idee ist es, zu verhindern, dass für die Ermittlungen
wichtiges Material verschwindet", relativiert der Polizeisprecher.
Die Behörde hoffe, auf diesem Weg Verdächtige identifizieren und
unter anderem feststellen zu können, mit wem sie kommuniziert haben.
Ein Sprecher des Telekom-Konzerns BT bestätigte die Anfrage der
Polizei, wollte sich dazu aber nicht äußern.
Nach Terror neue ÜberwachungswelleInnenminister wollen Datenspeicherung
Bei den Anschlägen in der Hauptstadt starben am Donnerstag mehr als 50 Menschen. Hunderte wurden verletzt. Ähnlich wie sein deutscher Kollege Otto Schily hatte der britische Innenminister Charles Clarke erst kürzlich eine längere Aufbewahrung von Kommunikationsdaten durch die Telekom-Branche gefordert.
Clarke strebt dazu über die Europäische Union an, die Unternehmen zu verpflichten, Telefongespräche oder Internet-Daten für einen längeren Zeitraum aufzubewahren.
