Siemens will Schadenersatz für Korruption
Ehemalige Vorstände in die Pflicht nehmen
Frühere Siemens-Vorstände müssen damit rechnen, dass der Konzern im Falle einer Verwicklung in die Schmiergeldaffäre Schadenersatzforderungen erhebt.
"Nach meiner Einschätzung waren auch frühere Vorstände entweder aktiv initiativ am Korruptionsskandal beteiligt, oder sie haben die Sache übersehen, dann liegt eine Aufsichtsverletzung auf der Hand", sagte der für Korruptionsbekämpfung verantwortliche Manager Andreas Pohlmann dem "Handelsblatt" [Freitag-Ausgabe].
"Beträge im Millionenbereich"
"Natürlich wollen wir Schadenersatz für den Schaden bekommen, der uns entstanden ist. Das können im Einzelfall Beträge im Millionenbereich sein", ergänzte Pohlmann laut Vorabbericht vom Donnerstag. Er hat als Chief Compliance Officer darauf zu achten, dass die Regeln guter Unternehmensführung eingehalten werden.
Siemens hatte im Zuge der Aufarbeitung der Korruptionsaffäre dubiose Zahlungen über 1,3 Milliarden in den Jahren 1999 bis 2006 eingeräumt.
Den Schaden des größten Schmiergeldskandals in der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands bezifferte Finanzvorstand Joe Kaeser Ende Jänner für Siemens auf 1,6 Milliarden Euro.
(Reuters)
