T-Mobile will US-Tochter loswerden
Die Deutsche Telekom erwägt nach Informationen des "Wall Street Journal" den Verkauf ihres Tochterunternehmens T-Mobile USA.
Grund seien erhebliche Kosten für einen fälligen Umbau des Telekom-Netzes in den Vereinigten Staaten, berichtete die Wirtschaftszeitung am Sonntag. Wenn der deutsche Konzern gegen seine Konkurrenten auf dem US-Markt bestehen wolle, müsse er in den nächsten Jahren bis zu zehn Milliarden Dollar in sein dortiges Netz investieren.
Auf der anderen Seite würde ein Verkauf möglicherweise 30 Milliarden Dollar bringen.
Investitionen besser in Europa
T-Mobile USA hat dem Bericht zufolge etwa zehn Prozent Anteile am
US-Markt und liegt damit hinter Rivalen wie Verizon Wireless und
Cingular Wireless. Eine Entscheidung über die US-Tochter werde bis
zum Ende des Jahres fallen, berichtete das "Wall Street Journal"
weiter. Mit dem Erlös aus einem Verkauf könne in Europa investiert
werden.
T-Mobile mit neuen DatenproduktenKonzernführung ist noch uneins
Angesichts des Rückstandes bei den Marktanteilen befürworteten Analysten einen möglichen Verkauf von T-Mobile USA. "Strategisch betrachtet würde ich den US-Markt eher verlassen", sagte Theo Maas von ABN Amro Asset Management. Der am ehesten in Frage kommende Käufer, der britische Mobilfunkkonzern Vodafone, zeigte sich an einer möglichen Übernahme jedoch nicht interessiert.
Ein Sprecher sagte dem "Wall Street Journal Europe", sein Konzern sei bereits mit 45 Prozent am Konkurrenten Verizon Wireless engagiert. Vodafone ist als Interessent im Gespräch, weil das Unternehmen in der Vergangenheit vergeblich versucht hatte, einen US-Anbieter vollständig zu erwerben.
18,3 Mio. Kunden
Mit der Übernahme von Voicestream [heute: T-Mobile USA] hatte
sich die Deutsche Telekom im Sommer 2001 in den US-Markt eingekauft.
Der Kaufpreis zwischen 30 bis 35 Milliarden Euro war von vielen
Analysten als zu hoch eingeschätzt worden, allerdings erwies sich
das Unternehmen als einer der Wachstumsmotoren im Konzern. Die Zahl
der Kunden stieg von sieben Millionen vor vier Jahren bis zum Ende
des erstens Quartal 2005 auf 18,3 Millionen.
US-Handymarkt wächst nur noch langsam
