Google wird zur Medienfirma
Mit dem neuen Player können Videos nun erstmals und direkt im Browser-Fenster und völlig ohne Unterstützung etwa von Microsoft abgespielt werden.
Laut Google-Website können damit alle Videos aus Google Video abgespielt werden, es soll auch keine Probleme mit anderen Videoplayern auf dem jeweiligen Rechner geben. In einem ersten Test funktionierte der Player sowohl im Internet Explorer als auch mit Firefox.
In Kombination mit dem eigenen Bezahlsystem für Online-Geschäfte scheint sich ein neuer Weg für Google abzuzeichnen: weg von der Suchmaschine, hin zum Medienunternehmen.
Google bot bis dato die Standbild-Suche für TV-Sender wie CNN und NBC an, für den Heimuser und kleine Organisationen wurde ein eigenes Upload-Service angeboten - diese sind nun auch abspielbar.
Google-Chef Eric Schmidt bestätigte letzte Woche bereits seit längerem kursierende Gerüchte zum eigenen Bezahlsystem. Allerdings wolle Google damit nicht in direkte Konkurrenz zum Online-Auktionshaus eBay und dessen System PayPal treten.
Google bestätigt Pläne für BezahlsystemDie Börse glaubt's, die Aktie boomt
Weniger als ein Jahr nach dem Börsengang hat die Aktie des Suchmaschinenbetreibers nun die 300-Dollar-Marke durchbrochen.
Am Montag kletterte die an der Technologiebörse NASDAQ gehandelte Aktie auf 304,10 Dollar, das ist mehr als drei Mal so viel wie der Ausgangswert von 85 Dollar im vergangenen August.
Nachdem die Google-Aktie am 7. Juni ein neues Allzeithoch erreicht hatte, wurde Google mit einem Gesamtwert von 80 Milliarden Dollar zum wertvollsten Medienunternehmen. Diesen Platz dürfte sich das Unternehmen nun langfristig sichern.
Der Video-Player basiert auf dem Open-Source-VideoLan [VLC] und ist derzeit nur für Windows verfügbar, weitere Versionen sollen folgen.
Der Google-Video-ViewerKonkurrenz für MS und Apple
In einem Interview mit SearchEngineWatch gab Peter Chane, Senior Product Manager für Google Video, an, das in Zukunft manche Videos auch kostenpflichtig sein könnten - Google soll zu einem Teil an den Einnahmen beteiligt werden. Den Platz für Werbung suche man noch, so Chane.
Für Unternehmen wie den Softwarehersteller Microsoft wird es nun eng auf dem Desktop: Nach dem Freemail-Service Gmail und der Desktop-Suche stößt Google mit dem Video-Viewer nun in eine weitere Domäne des Redmonder Konzerns vor.
Auch das oftmals kolportierte Video-Service nach dem bewährten iTunes-Schema, das Apple vorbereiten soll, würde gehörig Konkurrenz bekommen, wenn Google tatsächlich ein eigenes bezahltes Videoservice eröffnet.
Google-Videos zur PS3
